Budapester Straße: Noch eine Problem-Brücke in Dresden
Um die Brücken in Dresden ist es schlecht bestellt. Die Carolabrücke ist teilweise eingestürzt, die Nossener Brücke muss wegen neuer Risse teilweise gesperrt werden und nun droht auch an der Brücke Budapester Straße Gefahr.
Wie groß diese ist, soll am Wochenende mit aufwendiger Messtechnik geklärt werden. Für die Installation der Messtechnik muss die Brücke am Wochenende wechselseitig gesperrt werden.
Die Spannbetonbrücke Budapester Straße wurde 1967 errichtet und damit im gleichen Zeitraum wie die Carolabrücke. Sie führt über die Anlagen der Deutschen Bahn, die Gleise der Dresdner Verkehrsbetriebe und die Ammonstraße.
Nach dem Teileinsturz der Carolabrücke und der Auswertung der ersten Untersuchungsergebnisse ist die Gefährdungslage auch an der Brücke Budapester Straße neu zu bewerten. Die Stadtverwaltung veranlasste umgehend eine Sonderprüfung und die Ausweitung der messtechnischen Überwachung, um die Stand- und Verkehrssicherheit unter den neuen Erkenntnissen zu bewerten.
Künftig werden zwei Messsysteme kombiniert: Die Schallemissionsmessung und eine faseroptische Dehnungsmessung an der Unterseite der Brücke. Damit lassen sich erstens Drahtbrüche der Spannstahlbewehrung durch die Schallemissionssensoren direkt in Form von Schallwellen erfassen. Ein Algorithmus vergleicht die aufgezeichneten Werte mit einer Datenbank, in der über 300 Signale von Spanndrahtbrüchen und rund 12.500 Signale von Verkehrsgeräuschen aus anderen Bauwerksüberwachungen oder aus Laborversuchen gespeichert sind.
Bei Übereinstimmung mit den Kennwerten eines Spanndrahtbruches folgt unmittelbar eine Sichtung und Bewertung der vorselektierten Ereignisse durch einen fachkundigen Ingenieur, der über die tatsächliche Relevanz entscheidet. Zweitens kann durch die Längenmessung der Brücke mit faseroptischen Dehnmessstreifen eine beginnende oder fortschreitende Rissbildung an der Betonoberfläche gemessen werden. Dies wäre ein Hinweis auf einen Spannkraftverlust in der Brücke.