Brandgeruch durch Waldbrand in Tschechien

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Ein Waldbrand im Nationalpark Böhmische Schweiz war am Montagmorgen bis weit nach Sachsen zu riechen. Der Wind hatte am Sonntagabend gedreht und die Rauchwolke zog dann elbabwärts durchs Elbtal bis nach Dresden und die Randgebiete des Landkreises Bautzen. Bei der Polizei sind nach Angaben eines Sprechers seit Mitternacht viele Anrufe besorgter Bürger eingegangen. Auch bei der Feuerwehr meldeten sich viele besorgte Anrufer.

Der Waldbrand war am Sonntagmorgen auf einer Fläche von rund sieben Hektar unweit des bei Touristen beliebten Prebischtors, einer Felsenformation, ausgebrochen. Nachdem das Feuer zunächst unter Kontrolle gebracht werden konnte, wurde später ein zweiter Brandherd entdeckt. Der Rauch ist noch aus einiger Entfernung zu sehen. Verletzt wurde bisher niemand. Erschwert wurden die Löscharbeiten durch das schwer zugängliche Gelände.

Die genaue Ursache steht noch nicht fest - es wird aber vermutet, dass menschliche Fahrlässigkeit zu dem Brand geführt haben könnte. Hinzu kommt die langanhaltende Trockenheit.

Zahlreiche Feuerwehrleute bekämpften die Flammen, auch ein Polizeihubschrauber und ein Löschflugzeug waren im Einsatz. Der Nationalpark Böhmische Schweiz grenzt unmittelbar an die Sächsische Schweiz auf deutscher Seite.

Selbst am Sonntagabend waren nach Informationen unseres Reporters noch die Einsatzkräfte mit Löschen beschäftigt. Zwei Hubschrauber und ein Flugzeug flogen immer wieder die Brandstelle an, um Wasser von oben abzuwerfen. Eine Rauchsäule ist kilometerweit zu sehen. Es brennt oberhalb der Straße von Herrnskretschen nach Rainwiese.

#Brandgeruch in @stadt_dresden Es besteht keine Gefahr für die Bevölkerung. Bitte rufen Sie nur bei Notfällen den Notruf an.
Es handelt sich um Brandrauch von einem Ereignis des gestrigen Tages aus Tschechien.https://t.co/kYwWRSDF1W#EinsatzfuerDresden#Bevölkerungswarnungpic.twitter.com/yZfrHXHqub

— Feuerwehr Dresden (@FeuerwehrDD) July 25, 2022

Deutlich erhöhte Feinstaub- und Rußwerte in Dresden

Südostwind hat den Brandgeruch des Waldbrandes, der am 24. Juli im Nationalpark Böhmische Schweiz in Tschechien ausgebrochen ist, durch das Elbtal getragen. In Dresden waren die Auswirkungen des Brandes an den Luftmessstationen deutlich messbar. Das teilte das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) mit.

An den Luftmessstationen in Dresden wurden seit 02:00 Uhr nachts deutlich erhöhte Feinstaub PM10- und Rußwerte gemessen. Die Feinstaubwerte betrugen an der Messstation Dresden Bergstraße am Montagmorgen um 07:00 Uhr 126 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft (μg/m3) und an der Messstation Dresden Winckelmannstraße 120 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft. Das ist ein Anstieg um fast 100 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft im Vergleich zu den Werten am Vorabend von circa 15 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft.

Die Rußwerte lagen am Montagmorgen um 07.00 Uhr an der Messstation Dresden Winckelmannstraße bei 3,59 Mikrogramm Ruß pro Kubikmeter Luft (μg/m3) und damit dreimal so hoch wie die sonst üblichen Werte. Andere Stationen in Sachsen waren nicht in diesem Maße betroffen. Ab 10:00 Uhr sanken die Werte an den Dresdner Stationen allmählich wieder.

Löscharbeiten in der Böhmischen Schweiz dauern an

Die Löscharbeiten bei einem Waldbrand im tschechischen Nationalpark Böhmische Schweiz dauern an. Rund 30 Feuerwehreinheiten mit fast 50 Fahrzeugen waren am Montag vor Ort, um die Flammen zu bekämpfen, wie ein Sprecher der Einsatzkräfte mitteilte.

Zudem wurden ein Polizei- und ein Armeehubschrauber eingesetzt. Die Straße zwischen Hrensko und Mezna sowie der sogenannte Mühlenweg, ein Wanderweg, blieben gesperrt. Die bei Touristen beliebten Kahnfahrten in der Kamnitzklamm, einer Felsenschlucht, wurden aus Sicherheitsgründen ausgesetzt.