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Brandanschlag auf Martin-Luther-Kirche

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In der Nacht zu Donnerstag haben Unbekannte in der Dresdner Neustadt einen Brand­an­schlag auf die Martin-Luther-Kirche verübt. Die Polizei ermit­telt wegen versuchter schwerer Brand­stif­tung.Nach bishe­rigen Ermitt­lungen warfen Unbekannte gegen 03:00 Uhr morgens mehrere Brand­sätze gegen die Eingangs­türen. Es waren mehr als zwei Moloto­wock­tails. "Die genaue Anzahl werden wir aus ermitt­lungs­tak­ti­schen Gründen nicht nennen", sagte Polizei­spre­cher Marko Laske auf unsere Anfrage. Zu einem Brand­aus­bruch im Gebäude kam es nicht. Der entstan­dene Schaden im Eingangs­be­reich der Kirche beträgt etwa 1.000 Euro. Ein Brand­satz prallte an einer Glasscheibe des Haupt­por­tals ab, beschä­digte dabei aber das Glas. Offen­sicht­lich wurde der Brand­träger draußen später von Anwoh­nern ausge­treten, die auch die Polizei riefen. Ein weiterer Molotow­cock­tail zerschellte an der Seite des Gebäudes nahe der Rampe für Rollstuhl­fahrer an der Sandstein­wand. Dort wie auch auf dem Fußboden verbrei­tete sich eine petro­leu­m­ähn­liche Flüssig­keit, die die Steine beschä­digte. Auf einem Aufkleber an einem Fallrohr ist ein Molotow­cock­tail zu sehen, ob dabei ein Zusam­men­hang zu dem Anschlag besteht, ist unklar. "Unsere Ermittler sehen dort derzeit keinen Zusam­men­hang", betonte Polizei­spre­cher Marko Laske. Die Kirche werde immer wieder beschmiert oder mit Stickern beklebt. Man ermit­telt in alle Richtungen, habe aber noch keinen konkreten Verdacht, sagte Laske. Der Anschlag könne aus jeder Richtung gekommen sein, so Laske."Brand Gott sei Dank verhin­dert""Für das Gottes­haus und unsere Gemeinde wurde ein Brand – Gott sei Dank – verhin­dert", sagt Pfarrer Eckehard Möller. Trotzdem ist er fassungslos über diese Form von Vanda­lismus und Gewalt. Er steht in engem Kontakt zur Polizei.  Nun ermit­telt der Staats­schutz.Möller sagte bei uns im Inter­view, er könne sich nicht erklären, wer eine solche Tat verübt: "Wir sind ein alter­na­tives Viertel. Wir stehen für jede Diskus­sion offen zur Verfü­gung. Aber das ist das Ende von Diskus­sionen, wenn solche gewalt­tä­tigen Sachen gemacht werden. Schluss, aus, Ende der Toleranz." Die Schäden und Verschmut­zungen werde man schnell besei­tigen. Eine Trauung am Samstag und der Gottes­dienste werden am Wochen­ende wie geplant statt­finden. Sonntags­got­tes­dienste und die freitäg­li­chen Turmöff­nungen ab 20 Uhr können wie geplant statt­finden, teilte die Gemeinde mit. Noch bis zum Mai war der Turm der Martin-Luther-Kirche über mehrere Monate hinweg saniert worden.Die Krimi­nal­po­lizei hat vor Ort Spuren gesichert und ermit­telt nunmehr wegen versuchter schwerer Brand­stif­tung. Zum Motiv oder den Tatver­däch­tigen liegen derzeit keine Hinweise vor. Die Polizei fragt: Wer hat Wahrneh­mungen im Zusam­men­hang mit der Straftat gemacht? Wer hat zur fragli­chen Zeit verdäch­tige Personen am Martin-Luther-Platz beobachtet? Hinweise nimmt die Polizei­di­rek­tion Dresden unter der Rufnummer (0351) 483 22 33 entgegen.