Brand-Drama in Striesen: Opfer wird plötzlich zum Täter
Der dramatische Wohnungsbrand auf der Gabelsberger Straße in Dresden-Striesen im November hat sich völlig anders abgespielt als bisher angenommen.
Wie jetzt heraus kam, hat der 25-jährige Tunesier das Feuer selbst gelegt und sich auch selbst mit Handschellen an das Bett gefesselt. So war er auf den Balkon geklettert und ließ sich von der Feuerwehr retten.
Gegenüber der Polizei beschuldigte der Mann seine damalige Lebensgefährtin, die deshalb vorübergehend festgenommen wurde. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Tunesier wegen besonders schwerer Brandstiftung und falscher Verdächtigung.
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"Nachdem der Brand sich in der Wohnung ausgebreitet hatte, begab sich der Beschuldigte unter Mitnahme des Bettgestells zunächst auf den Balkon der Wohnung im 3. Obergeschoss und von dort aus aufgrund der starken Hitzeentwicklung auf den Balkon der darunterliegenden Wohnung, wo er von der Feuerwehr angetroffen und von dem Bett getrennt wurde" sagte uns Staatsanwalt Jürgen Schmidt.
"Den durch die Feuerwehr hinzugerufenen Polizeibeamten soll der Beschuldigte bewusst wahrheitswidrig mitgeteilt haben, seine ehemalige Lebensgefährtin habe ihn an das Bett gefesselt und die Matratze angezündet. Seiner Erwartung entsprechend wurde gegen die ehemalige Lebensgefährtin aufgrund der Tat Haftbefehl erlassen und vollstreckt, bis der Haftbefehl aufgrund der durch die Ermittlungen zutage tretenden Widersprüche unverzüglich wieder aufgehoben wurde."
Der Tunesier wurde am 06.02.2024 aufgrund eines bereits bestehenden Haftbefehls festgenommen und dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Dresden vorgeführt. Dieser hat den Haftbefehl in Vollzug gesetzt. Der Beschuldigte befindet sich nunmehr in Untersuchungshaft.
Der Beschuldigte ist nicht vorbestraft. Er hat keine Angaben zum Tatvorwurf gemacht. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Dresden und der Polizeidirektion Dresden dauern an und werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen.