• (Screenshot: Facebook/Wruck)

"Boshafte Verleumdung" - Fake-News über Martin-Luther-Kirche sorgt für Wirbel

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Ein Video aus der Martin-Luther-Kirche in der Dresdner-Neustadt wird derzeit in den sozialen Medien massiv verbreitet. Unter anderem auf der Facebook-Seite, die den Namen "Marco Wruck" hat (ehemaliger NPD-Politiker), wurde der kurze Film gepostet, er schreibt dazu: "Unglaublich! Islamische Gebete in der Lutherkirche". Auch "Widerstand"-Seiten verbreiteten das Video, bei Youtube wurde es mehrfach gelöscht.

In dem Film sind orientalische Gesänge zu hören, im Eingangsbereich der Kirche wurden Schuhe abgestellt.  Allerdings handelt es sich dabei nach Angaben der Gemeinde - nicht wie suggeriert wird um Muslime - sondern um orthodoxe Christen aus Eritrea, die in der Kirche das Osterfest gefeiert haben. Die etwa 200 orthodoxen Christen seien jeden Sonntag in der Luther-Kirche zu Gast, um ihre Gottesdienste zu feiern, sagte Pfarrer der Martin-Luther-Gemeinde, Eckehard Möller, auf unsere Anfrage. Das Osterfest wird bei orthodoxen Christen etwas später gefeiert, als in der evangelischen und katholischen.

Pfarrer: "Boshafte Verleumdung"

Möller sprach von boshaften Verleumdungen, die wider besseren Wissens verbreitet würden. Im Eingangsbereich wird sogar auf einem Aufsteller darauf hingewiesen, dass die orthodoxe Gemeinde den Gottesdienst abhält. Diese sei jede Woche zu Gast, samstags für eine Probe, am Sonntagnachmittag dann immer für den Gottesdienst.

Die Frau, die das Video gefilmt hat, wurde aufgefordert das Gotteshaus zu verlassen, da sie die Gottesdienstteilnehmer gefilmt hat, sagte Möller. Auf russisch äußere sie sich Abfällig über ein Gemeindemitglied, das darum bittet, nicht gefilmt zu werden, sagte Möller. Er wolle mit der Frau das Gespräch suchen, wenn sie bekannt sei.