Boschansiedlung im Dresdner Norden in Gefahr - Runder Tisch gefordert
Über der Großbaustelle von Bosch im Dresdner Norden haben sich dunkle Wolken zusammengezogen. Wie die Stadtverwaltung bestätigte, wurde Widerspruch gegen einen Teil der Baugenehmigung eingelegt. Der Bebauungsplan stammt noch aus den 90iger Jahren, inzwischen entspricht er laut Stadtverwaltung nicht mehr den aktuellen Ansiedlungsanforderungen. Bereits kommende Woche soll der Stadtrat entscheiden. Die Stadt betonte aber auch, dass Bosch für die derzeitigen baulichen Aktivitäten eine sofort vollziehbare, immimissionsschutzrechtliche Genehmigung besitze.Die Verunsicherung bei Bosch soll allerdings so groß sein, dass die gesamte Standort-Entscheidung für das Milliarden–Projekt und die weiteren Bauarbeiten in Frage gestellt wurden. Das Rathaus will das Problem nun im Eilverfahren lösen. Der Stadtrat soll schon nächsten Donnerstag entscheiden.
Die SPD hat außerdem vorgeschlagen, den Konflikt mit Anliegern an einem Runden Tisch zu lesen. Stadträtin Kristin Sturm:
"Durch das Widerspruchsverfahren geraten 700 Arbeitsplätze in Gefahr, die mit der Ansiedlung des Technologie-Giganten Bosch im Dresdner Norden tätig werden sollten. Um diese Gefahr abzuwenden gilt es nun, dass sich alle Immobilienbesitzer des Gewerbegebietes Rähnitz zeitnah auf Augenhöhe an einen Tisch setzen und eine Lösung finden, notfalls mit Hilfe eines Mediators."
Der Bosch-Konzern hatte im April im Gewerbegebiet Rähnitz den Bau seines bislang modernsten Werkes begonnen. Eine Milliarde Euro werden investiert, 700 Menschen sollen dort künftig arbeiten.