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Bilderberg-Konferenz in Dresden

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Die Bilder­berg-Konfe­renz ist am Donnerstag im Hotel Taschen­berg­pa­lais gestartet. Seit dem Vormittag reisen die ersten hochran­gigen Gäste an. 130 Vertreter aus Politik und Wirtschaft werden zu dem infor­mellen Treffen erwartet, darunter König Willem-Alexander aus den Nieder­landen oder aber auch Henry Kissinger. Die Polizei hat das Hotel vorab mit Bomben­spür­hunden durch­sucht, ebenso wurden die Shuttle­busse für die Gäste aus aller Welt durch­sucht, teilte ein Polizei­spre­cher mit. Ein Sperr­zaun wurde vor dem Hotel errichtet. Dort wurden erste Demons­tranten bereits wegge­schickt, denn direkt am Hotel gilt ein Demons­tra­ti­ons­verbot. Die Polizei ist mit 400 Beamten im Einsatz, am Donners­tag­abend will die NPD am Postplatz demons­trieren. Weitere Kundge­bungen gibt es am Theater­platz und am Neumarkt. Der Zulauf war aber überschaubar.Seit Mittwoch­mittag gilt zur Bilder­berg-Konfe­renz in der Dresdner Altstadt Sicher­heits­stufe 1.Sieben Fakten zur Bilder­berg-Konfe­renz- Einfluss­reiche Menschen aus Politik, Wirtschaft, Wissen­schaft, Kultur und Medien­welt treffen sich einmal jährlich drei Tage lang zu geheimen Beratungen hinter verschlos­senen Türen. Die Öffent­lich­keit bleibt außen vor. - Die Konfe­renzen sollen die trans­at­lan­ti­schen Bezie­hungen stärken. Zwei Drittel der 120 bis 150 Teilnehmer kommen aus Europa, der Rest aus Nordame­rika. - Es gibt keine Beschlüsse oder Resolu­tionen, keine detail­lierte Tages­ord­nung. Verschwie­gen­heit soll den freien Meinungs­aus­tausch ermög­li­chen. - Die erste Bilder­berg-Konfe­renz fand 1954 im gleich­na­migen Hotel in Ooster­beek bei Arnheim in den Nieder­landen statt. Seitdem treffen sich die Teilnehmer an unter­schied­li­chen Orten. - Nach Angaben der Veran­stalter stehen Themen wie inter­na­tio­nale Sicher­heit, Arbeits­markt­po­litik, Finanz- und Handels­fragen oder der Umwelt­schutz im Fokus der Diskus­sion. - Im vorigen Jahr trafen Experten und Entscheider aus 22 Ländern im öster­rei­chi­schen Telfs zusammen. Zu den Gästen gehörten der ehema­lige US-Außen­mi­nister Henry Kissinger, Nato-General­se­kretär Jens Stolten­berg und Vertei­di­gungs­mi­nis­terin Ursula von der Leyen (CDU). - Einla­dungen haben in diesem Jahr unter anderen Bundes­kanz­lerin Angela Merkel (CDU) und mehrere Mitglieder des Bundes­ka­bi­netts erhalten - mit von der Leyen, Wolfgang Schäuble (CDU) und Thomas de Maizière (CDU) sind drei Bundes­mi­nister dabei. Proteste angekün­digtDie Veran­stal­tungen ist umstritten, da es sich um ein privates Treffen handelt und nur wenige Details öffent­lich werden, es wurden bereits auch schon Protest­ak­tionen angekün­digt. Auch größere Demos sind für Samstag und Sonntag auf dem Neumarkt und Postplatz geplant.  "Wir versu­chen, dass "Größte Herz der Welt", aus mindes­tens 12.000 Menschen in Dresden zu formen", teilten die sogenannten Lovestorm-people mit. Der derzei­tige Weltre­kord, umfasst 11.160 Menschen und wird von Mexiko gehalten.20 Demons­tra­tionen und Kundge­bungen angemeldetVon der NPD, über Legida-Anhänger, über die AfD, bis hin zu Linken Initia­tiven sind insge­samt 20 Demons­tra­tionen und Kundge­bungen angemeldet worden. Auch Pegida kündigte Proteste an. Laut Polizei handelt es sich meist um Kundge­bungen am Postplatz oder Neumarkt, es wurden aber auch zwei Demons­tra­ti­ons­züge angemeldet. Insbe­son­dere am Samstag ist deshalb in der Innen­stadt mit Einschrän­kungen zu rechnen.Polizei mit 400 Beamten im EinsatzJeden Tag sollen durch­schnitt­lich etwa 400 Polizisten die Konfe­renz absichern, teilte Polizei­di­rektor Renè Demmler mit. Er leitet den Einsatz. Größere Sperrungen sind nicht geplant, man könne sich frei in der Innen­stadt bewegen. Temporär sei aber mit Einschrän­kungen zu rechnen. Der Parkplatz Schie­ßgasse ist für Einsatz­fahr­zeuge reser­viert.Demmler sagte: "Auch wenn es sich bei der Konfe­renz um ein infor­melles Treffen handelt, machen die zahlrei­chen Schutz­per­sonen sowie der zu erwar­tende Protest einen Polizei­ein­satz erfor­der­lich. Die Grund­rechts­aus­übung gewähr­leisten und gleich­zeitig dem Schutz­be­dürfnis der inter­na­tio­nalen Gäste zu entspre­chen, ist unser Kernauf­trag.„"Über den gesamten Konfe­renz­zeit­raum gibt es zahlreiche Versamm­lungs­an­zeigen mit ganz unter­schied­li­chen erwar­teten Teilneh­mer­zahlen. Wir gehen bislang von einem sicher­lich lautstarken aber grund­sätz­lich fried­li­chen Protest aus. Durch­schnitt­lich 400 Polizei­be­amte werden täglich zur Absiche­rung des Treffens im Einsatz sein.“Polizei richtet Kontroll­be­reich in der Altstadt einFür den Tagungs­zeit­raum wurde einen Sicher­heits­be­reich definiert, der den unmit­tel­bare Bereich um den Tagungsort, das Grand Hotel Taschen­berg­pa­lais und angren­zende Fußwege, umfasst. Dieser Bereich kann während des Treffens nur durch akkre­di­tierte Personen betreten werden.Für den Tagungs­zeit­raum hat die Dresdner Polizei einen Kontroll­be­reich einge­richtet:Augus­tus­brücke (vollständig bis Einmün­dung Köpcke­straße), Südseite Elbe, Marien­brücke/Könne­ritz­straße, Ostra-Allee, Hertha-Lindner-Straße, Annen­straße, Postplatz, Wilsdruffer Straße, Altmarkt, Wills­druffer Straße, Kleine Kirch­gasse, Moritz­gasse, Neumarkt, An der Frauen­kirche, Münzgasse sowie Südseite Elbe.Es handelt sich dabei um eine Maßnahme nach dem Sächsi­schen Polizei­ge­setz, die es den Einsatz­kräften verein­facht, Personen zu kontrol­lieren, hieß es von der Polizei.Auswir­kungen auf Veran­stal­tungen, Restau­rants und MuseenBesuche von Veran­stal­tungen und Restau­rants in der Dresdner Innen­stadt sind unein­ge­schränkt möglich. Das betrifft auch Besuche der Dresdner Museen, so die Polizei.Flugverbot für DrohnenDie Landes­di­rek­tion Sachsen hat mit einer Allge­mein­ver­fü­gung für den Konfe­ren­zeit­raum über der Innen­stadt von Dresden eine Verbots­zone für den Aufstieg von Drohnen und Flugmo­dellen einge­richtet.Die Verbots­zone befindet sich inner­halb eines Kreises mit einem Radius von rund 1,4 Kilome­tern, ausge­hend von der Adresse Taschen­berg 2, 01067 Dresden. Am Dresdner Flughafen drängen sich unter­dessen viele Privat­jets, man sei gut ausge­lastet, hieß es vom Flughafen. Die Polizei wird hochran­gige Gäste mit einem Fahrzeug zum Tagungsort begleiten. Größere Eskorten, etwa mit Polizei­mo­tor­rä­dern, sind dagegen nicht geplant.