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Besucheransturm bei Karl-May-Festtagen

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Es war ein Wochenende, wie Karl May es sich nicht schöner hätte erträumen können. Vom 10. bis 12. Mai wurden in Radebeul die mittlerweile 31. Karl-May-Festtage gefeiert. Sogar Apachen aus den USA reisten an und verwandelten gemeinsam mit ca. 30.000 Besuchern den Lößnitzgrund in den Wilden Westen.

Der absolute „Star“ war dabei die Sonne! Denn das Wetter schaffte alle drei Tage beste Voraussetzungen für open air Theater der Landesbühnen Sachsen, durchtanzte Nächte in der Westernstadt und zahllose Kinderfüße, die im Lößnitz River dem Goldrausch verfielen.

Schon am Eröffnungsfreitag zur Freiberger Countrynacht feierten Tausende Country- und Westernfans in Little Tombstone den Auftakt in ein Wochenende der Auszeit vom Alltag. 

Die Gäste aus Nordamerika - eine Gruppe aus zehn White Mountain Apache, NuVassie Blacksmith vom Stamm der Oglala Lakota und Wade Fernandez von der Menominee Nation – teilten die Freude der Besucher und integrierten sie in ihre Tänze. Die Crown Dancer der „Dishchii’bikoh Apache Group“ faszinierten mit ihren außergewöhnlichen Bemalungen, kunstvoll gestalteten Kronen und magischen Tänzen zu hypnotischen Gesängen und Trommeln. Für die Apachen war es der erste Besuch in Deutschland und für die meisten von ihnen die erste Auslandsreise überhaupt.

Gegenseitiger Respekt und Rücksicht auf die Werte anderer Völker sind wesentlicher Teil der Friedensbotschaft Karl Mays, betonen die Veranstalter. Um dem Rechnung zu tragen wurde im letzten Jahr erstmals die Gesprächsrunde am Samstagabend in der Kleinen Feder zum Diskussionsforum für das hierzulande heiß diskutierte Thema der kulturellen Aneignung durch Nachahmung initiiert. Das rege Interesse ließ auch die zweite Auflage in diesem Jahr zu einer bereichernden Erfahrung werden.

Jeder der eingeladenen indianischen Gäste nahm die Einladung zum Gespräch an und öffnete sich interessiert den Fragen der Besucher. Zur Überraschung aller bauten die Apachen während des Gesprächs kurzerhand einen der Feuerkörbe zum Herd um und brutzelten Teigfladen in heißem Öl zu duftendem Gebäck, das sie mit allen Gästen und Mitwirkenden im Anschluss teilten. So wurden Gespräche intensiviert und neue Freundschaften geschlossen.

Bahnüberfälle gestrichen

Die von Besuchern wie Organisatoren schmerzlich vermissten Bahnüberfälle auf den Santa Fé – Express konnten zwar leider nicht wie gewohnt stattfinden – ruhig blieb es jedoch trotzdem nicht während der Zugfahrten.

Locci - berühmt wie berüchtigt – nutzte die Lücke und weiterte seine charmant-raubeinige Umtriebigkeit aus von der Westernstadt zu den Abteilen der historischen Bahn.

Sternreiterparade - Das ist die Gewinnerin!

16 Jahre alt ist das Pferd Cordello. Auf dessen Rücken legte die 24-jährige Sarah Pruß innerhalb von sieben Wochen ganze 555 km Kilometer zurück auf ihrem Weg von Marloffstein bei Erlangen bis nach Wahnsdorf ins Sternreitercamp. Sarah war dabei nicht allein, sondern in Begleitung eines Handpferds und zweier freilaufenden Ziegen.

Dieses abenteuerliche Quintett gewann somit den 31. Sternritt nach Radebeul. Respekt zollten ihnen tausende begeisterte Schaulustige, die die Meißner Straße säumten.