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Bedrohte Vögel im Dresdner Zoo

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Im Dresdner Zoo sind ab sofort drei neue Ibisse in der großen Flugvo­liere zu sehen. Bei den Vögeln handelt es sich um Kahlkop­fi­bisse, die durch ihren roten Schnabel, den kahlen Scheitel und das schwarze Gefieder, das je nach Sonnen­ein­strah­lung grün, blau oder bräun­lich schim­mert, sehr markant wirken. Bisher hatte der Zoo Dresden Heilige Ibisse im Bestand.Diese wurden abgegeben und gegen die neue Ibis-Art ersetzt. "Der Kahlkopf­rapp ist eine sehr attrak­tive Vogelart und - im Gegen­satz zu dem Heiligen Ibis - bedroht. Daher haben wir uns für die Haltung dieser Art entschieden", erklärte Zoo-Kurator Matthias Hendel. Bisher werden die Kahlkopf­rappen nur von einer Handvoll europäi­scher Zoos gehalten. Der Zoo Dresden hat sie erstmalig im Bestand.Die Zucht dieser 80 cm großen und bis zu 1,3 kg schweren Vögel ist angedacht, hieß es. "Aller­dings wird dies noch ein paar Jahre dauern, da es sich bei den drei Vögeln um Jungtiere handelt", so Hendel. Die beiden Männchen sind im Juni 2016 geschlüpft und stammen aus dem Vogel­park Walsrode. Das Weibchen kommt aus dem Zoo Köln und kam dort im April 2016 zur Welt. Noch haben die Vögel einige Federn auf ihrem Kopf. Bis zu ihrer Geschlechts­reife, welche sie mit ungefähr drei Jahren errei­chen, werden sie diese Federn nach und nach verlieren.Der Kahlkopf­rapp zählt zur Familie der Sichler und Ibisse. Er lebt nur in den Bergre­gionen des südli­chen Südafrikas, in Lesotho, Südafrika und Swasi­land, vor allem in den Drakens­bergen. Kahlkopf­rappen bevor­zugen hoch gelegenes Grasland zwischen 1200 und 1850 m mit kurzen Gräsern. Schät­zungen aus 2015 gehen von maximal 8.000 Einzel­tieren im natür­li­chen Verbrei­tungs­ge­biet mit stark fallender Tendenz aus. Haupt­ur­sache für den starken Rückgang ist der Lebens­raum­ver­lust durch Bergbau, Landwirt­schaft und kommer­zi­elle Auffors­tung.