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Bauverzug am Zwickauer Gewandhaus – Stadt kündigt Architekten

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Die Bauar­beiten am Gewand­haus liegen nicht mehr im Zeitplan. Und es muss befürchtet werden, dass die Kosten ebenfalls aus dem Ruder laufen. Deshalb hat sich die Stadt von den Gewand­haus-Archi­tekten getrennt. Baubür­ger­meis­terin Kathrin Köhler bestä­tigte am Mittwoch auf Nachfrage unseres Senders, dass das Leipziger Atelier ST am Freitag die frist­lose Kündi­gung erhalten hat.

„Als wesent­liche Ursachen sind (...) mangel­hafte Planungs- und Koordi­nie­rungs­leis­tungen sowie eine unzurei­chende Beach­tung (…) der denkmal­pfle­ge­ri­schen Anfor­de­rungen seitens des beauf­tragen Archi­tek­tur­büros auszu­ma­chen. Des Weiteren wurde (…) vom Archi­tekten nunmehr eine erheb­liche Bauzeit­ver­län­ge­rung offen­bart“, so Köhler. Aus diesen Gründen habe sich die Zusam­men­ar­beit „als sehr kompli­ziert und schluss­end­lich nicht mehr hinnehmbar gestaltet.“

Das Planungs­büro kann die Kündi­gung nicht nachvoll­ziehen. „Wir waren überrascht und werden uns jetzt mit dieser Angele­gen­heit ausein­an­der­set­zen“, sagte Atelier­chef Sebas­tian Thaut am Telefon. Er warnte vor den Folgen: „Die Stadt steht jetzt ohne Planer da. Was das für den Bauab­lauf bedeutet, kann sich jeder denken.“ Bürger­meis­terin Köhler sagte dazu, dass die restli­chen Planungs­leis­tungen und die Bauüber­wa­chung neu ausge­schrieben werden. Im Ergebnis werde der Termin­plan für das Gesamt­pro­jekt überar­beitet.

Über den aktuellen Sachstand auf der Baustelle sollten eigent­lich zuerst die Stadt­räte am 9. Oktober im Bauaus­schuss infor­miert werden. Wegen unserer Anfrage hat die Stadt schon am Mittwoch Stellung bezogen.

Ursprüng­lich geplant war, dass das Gewand­haus für 14 Millionen Euro bis 2019 saniert und umgebaut wird.