++ EIL ++

Bautzener Vize-Landrat warnt vor Horrorszenario in Kliniken

Zuletzt aktualisiert:

Die Lage in vielen Kliniken in der Lausitz hat sich weiter zugespitzt. Immer mehr Corona-Patienten werden gebracht.Es sind kaum noch Betten frei.  In den Krankenhäusern der Oberlausitzkliniken GmbH in Bautzen und Bischofswerda sind die Kapazitäten nahezu erschöpft. Auch das Personal kommt an die Erschöpfungsgrenze. Heute machte sich Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer ein Bild vor Ort.

Kretschmer wollte Danke sagen, aber auch von den Problemen und Erwartungen des Pflegepersonals  erfahren.  Es sind 17 Schwestern und Pfleger, die sich rund um die Uhr um die Corona-Patienten auf der Intensivstation des Bischofswerdaer Krankenhauses kümmern, so  Stationsleiterin Friederike Winkler-Lehmann. Das Team wird von Anästhesieschwestern unterstützt.

Alle arbeiten am Limit – physisch und psychisch.Hinzu kommt, dass Pflegekräfte ausfallen, in Quarantäne müssen, so der Chef der Oberlausitzkliniken GmbH, Reiner E. Rogowski. Die Stationsleiterin kann jene nicht verstehen, die gegen Maskenpflicht und andere Schutzregeln auf die Straße gehen.

Die Lage im Landkreis hat sich unterdessen weiter zugespitzt. Der Inzidenzwert liegt aktuell bei 506. Vize-Landrat Udo Witschas warnt: „Wir stehen kurz davor, dass wir Patienten auf die Flure legen müssen. Dann ist die Frage: Wen bevorzugt man? Den Covid-19-Kranken, der nicht mehr atmen kann, oder den Schlaganfall- und Herzinfarktpatienten?“.  Es müsse deshalb noch mehr getan werden, um Kontakte weiter einzuschränken.

Morgen berät die sächsische Landesregierung über eine Verschärfung der Schutzregeln.  Das öffentliche Leben in Sachsen soll weiter gedrosselt werden – angesichts  der hohen Corona-Infektionszahlen. Die Maßnahmen sollen kalkulierbar sein und mit einem entsprechenden Vorlauf vorgestellt werden. Man müsse über Schule und Kindergärten sprechen, möglicherweise auch über andere Punkte. Für Besuche in Pflegeheimen könnte fortan ein Schnelltest die Voraussetzung sein, so Kretschmer.

 

Audio:

Reporter Knut-Michael Kunoth