Ausschuss winkt umstrittenes Projekt aus Radeberg durch
Elf weitere Strukturförderprojekte aus der Oberlausitz haben eine erste Hürde genommen. Sie wurden heute in Cunewalde vom Regionalen Begleitausschuss RBA bestätigt. Dazu gehören zum Beispiel die Erweiterung der Waldbühne Jonsdorf, der Bau eines „AnkerGlasZentrums“ in Bernsdorf, die Umgestaltung des Nieskyer Bahnhofsgebäudes zum Mobilitätszentrum und die Erweiterung des Industriegebiets in Straßgräbchen.
Durchgewunken wurde auch ein umstrittener Antrag für ein Vorhaben im Speckgürtel von Dresden. Radeberg will für rund 8,5 Millionen Euro die Hüttermühle zum Ausflugsziel mit Übernachtungen und Gondelfahrten ausbauen. RBA-Vorsitzende Romy Reinisch verteidigte die Entscheidung. Alle 57 Kommunen im Kreis Bautzen könnten Anträge stellen, so auch Radeberg. „Die Stadt ist das Tor zur Oberlausitz. Und das Tor sollte vernünftig gestaltet werden.“ Nur weil Radeberg im Speckgürtel von Dresden liege , gehe es der Stadt nicht besser als anderen Städten im Landkreis Bautzen, so Reinisch weiter. Bürgermeister aus Anrainerkommunen der Kohlereviere im Landkreis Görlitz sehen das anders. Sie hatten schon kritisiert, dass sich Bischofswerda den Umbau und die Sanierung seines Kulturhauses mit Geld aus dem Strukturmittelfonds für die Lausitz, den sogenannten Kohlemillionen, fördern lassen will.
Zurückgestellt wurde eine Radweg-Projekt von Halbendorf/Gebirge nach Großpostwitz. Die bestätigten Vorhaben haben ein Gesamtvolumen von 80,6 Millionen Euro. Sie werden nun an den Bund weitergeleitet. Sollte er keine Einwände haben, können Projektträger Fördermittelantrag stellen.
Die Projekte im Detail:
https://sas-sachsen.de/wp-content/uploads/2023/11/Pressemappe.pdf
Echo auf die Entscheidungen:
Der Radeberger Oberbürgermeister Frank Höhme jubelt: „Die Stadt ist nun einen großen Schritt vorangekommen, die Hüttermühle als beliebten touristischen Anziehungspunkt aus dem Dornröschenschlaf zu erwecken. Nach einem bereits im Vorfeld erfolgten Grundsatzbeschluss im Stadtrat kann das Projekt nun von den Räten im Detail diskutiert werden.“
