Ausbau S 177 - Lust auf Wandern wird nicht vermiest!
Wanderer aus nah und fern schauten mit gemischten Gefühlen dem weiteren Ausbau der S 177 im Dresdner Osten entgegen. Sie fürchten, dass die Wanderwege auf einer Strecke von 5,5 Kilometern vom Doberberg (295 m) bei Wünschendorf bis Eschdorf für Monate abgeschnitten werden.
Betroffen davon sind auch die berühmten und beliebten Jagdwege von Dresden Pillnitz sowie der Wanderweg von Wünschendorf zum Triebenberg (383 m). Mittlerweile haben Bagger bereits viele Kubikmeter Erdmassen auf der künftigen Trasse bewegt, dabei wurden auch Wanderwege unterbrochen.
Das soll aber nicht so bleiben. „Der Erhalt von Wanderwegen war uns wichtig. Deren Bedeutung für Freunde der Natur hatten wir erkannt. Deshalb legten wir bereits im Planfeststellungsverfahren fest, die Lücken sofort wieder zu schließen“, sagte der Leiter der Niederlassung Meißen vom Sächsischen Landesamt für Straßenbau und Verkehr Holger Wohsmann.
Die künftige Brücke (56,6 Meter) über den Einschnitt am Doberberg wird den traditionellen Wanderweg wieder herstellen. Baubeginn ist Ende des Jahres, Fertigstellung Anfang 2026.
„Für die Zwischenzeit wurde unterhalb ein Weg durch das Bauwerk errichtet. Hier kann man über den Einschnitt laufen und mit dem Fahrrad fahren. Der Weg wurde mit hoher Qualität gebaut und mit einer Asphaltbefestigung versehen“, so Holger Wohsmann.
Wanderer, die in der Wanderhütte auf dem Doberberg eine Pause einlegen, können nun bequem in alle Richtungen laufen, ob zu den Jagdwegen oder in den Liebetaler Grund zum monumentalen Richard-Wagner-Denkmal. Wanderer freut es, dass diese Lösung geschaffen wurde.
Aus der Chronik: Die Jagdwege im Gebiet des Borsberges wurden um 1780 bis 1789 unter Kurfürst Friedrich August III. durch den Grafen Marcolini zur Erleichterung der Reitausflüge und der Jagd angelegt. Sie dienten dem Dresdner Hof als Verbindungen zu den kurfürstlichen Amtssitzen Stolpen und Lohmen. Nicht nur der sächsische Kurfürst erfrischte sich hier bei seinen Jagden. Viele andere genossen die reizvolle Umgebung. So waren auch der Naturforscher Alexander von Humboldt, der Komponist Carl Maria von Weber, der Schriftsteller und Dichter Jean Paul und der Schriftsteller und Freiheitskämpfer Theodor Körner gern in dieser Gegend. Ein begeisterte Wanderer aus dem Schönfelder Hochland schrieb am Ende seines Gedichtes „Der Ausflug“: „Wir wollen zu den schroffen Tälern,/wo die Hohen Brücken sind./Hier haben sich in hundert Jahren/die Wurzeln einer Buche/an das Tageslicht gewöhnt./Und in ihrer Rinde kann ich eines/noch lesen: KG 3.5.41.“