Dresdner Ostumfahrung S177: Wann rollt hier der Verkehr?
Beim Bau der Dresdner Ostumfahrung wird in diesem Jahr ein weiteres wichtiges Teilstück in Angriff genommen - der Abschnitt zwischen Eschdorf und Wünschendorf. Nach jahrelangen Verzögerungen soll im Sommer der Straßenbau starten. Elf Brücken entlang der neuen S177 stehen schon oder sind im Bau.
Die Verkehrsbelastung in Eschdorf und Wünschendorf ist enorm. Aber bald sind die Gemeinden den jahrelangen und mächtig störenden Verkehr durch ihre Orte los. Der Weiterbau der Umgehungsstraße S 177 von Bonnewitz aus steht kurz bevor.
„Die europäische Ausschreibung für die Erdarbeiten ist erfolgt. Nach der Auswertung kann auf dem sechs Kilometer langen Abschnitt begonnen werden“, sagt der Leiter der Niederlassung Meißen des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr Holger Wohsmann.
Ist die wirtschaftliche Entscheidung in der Behörde gefällt, das Baurecht nicht mehr anfechtbar, dann kann noch vor Beginn des Sommers den gewaltigen Erdmassen zu Leibe gerückt werden.
Extra-Brücken für die Ortsumfahrung
In Vorbereitung dafür wurden elf Brücken-Bauwerke errichtet, zwei sind im Bau. Besonders dabei ist die Brücke am Rossendorfer Wasser. Das ist ein sogenanntes Rahmenbauwerk, dass in einem Guss betoniert wird, vorher mit Bewehrung eingeschalt wurde. Vier weitere Brückenbauwerke kommen hinzu.
Holger Wohsmann, "Darunter ist ein kleiner Durchlass für Amphibien. Wir achten auf biologische Vielfalt, so gibt es hier die Knoblauchkröte und den Springfrosch."
Kein Ausbau-Aus! Schutz der Fledermäuse wird beachtet
Beachtung finden beim Bau der Trasse auch Fledermäuse. Die zwei Brücken über den Eschorfer Wiesenbach erhalten einen gelben Kollisionsschutz, damit die kleinen Vampire am Leben bleiben.
Größte Herausforderung wird der Einschnitt beim Doberberg in Wünschendorf sein. Der notwendige Keil muss bis sechzehn Meter tief in den Berg getrieben werde.
"Sprengungen sind dabei nicht notwendig. Dort liegt lockeres Gestein. Wenn notwendig, dann wird ein Meißel eingesetzt. Bei den Arbeiten steht ständig ein Geologe zur Seite, der alles überwacht„, meint Holger Mohsmann.
Damit bei der schwierigen topografischen Lage nichts schief geht, werden Messeinrichtungen entlang der Straße miteinander verknüpft, 20 an der Zahl.
Verkehr soll 2027 rollen
Wichtig war auch der Bau von fünf Wasserauffangbecken. Mit dem Wasser werden gleichzeitig Öl und Schwebeteilchen hinein gespült. Beides lagert sich danach in Kammern ab.
Eine freudige Nachricht wollte Holger Mohsmann noch loswerden: "Im Jahr 2027 ist die Freigabe des Verkehrs für diesen Abschnitt vorgesehen." Das ist später als geplant, aber immerhin ein Lichtblick.
Mit der Ostumfahrung sollen die Gemeinden an der S177 vom Verkehr entlastet und eine schnellere Verbindung zwischen der A17 und der A4 geschaffen werden.