Archäologen graben auf ehemaligem Robotron-Gelände
Vor dem Baustart auf dem ehemaligen Robotron-Gelände in der Dresdner Altstadt untersuchen jetzt Archäologen die Fläche. Im Fokus stehen Bereiche, die seit 1945 unbebaut geblieben sind.
Die Ausgrabung könnten Spuren vom Mittelalter bis zur jüngeren Stadtgeschichte ans Tageslicht bringen. Erste Mauern und Keller wurden schon freigelegt. Sie stammen von Gebäuden, die nach 1945 abgerissen wurden.
Die Ausgrabungen laufen bis Ende des Jahres, ab 2025 soll das Areal dann bebaut werden.
Seit dem Spätmittelalter fand sich hier vor den Toren der Stadt eine kleinteilige Bebauung und landwirtschaftlich genutzte Flächen. Spätestens ab dem frühen 18. Jahrhundert haben auch adelige Familien und Hofbeamte in diesem Vorstadtareal ihre Palais mit parkartig gestalteten Gärten angelegt.
Schwer zerstört wurde die Pirnaische Vorstadt während des Siebenjährigen Krieges: Im November 1758 ließ der preußische Besatzungskommandant die Vorstadt abbrennen, um eine freie Schussbahn auf die österreichischen Truppen, die hinter dem Großen Garten standen, zu schaffen.
Nach dem zögerlichen Wiederaufbau prägten vor allem Bürgerhäuser des 19. Jahrhunderts das Stadtbild. In den 1840er Jahren ist im Grabungsareal beispielsweise das „Palais Kaskel-Oppenheim“ nach den Plänen von Gottfried Semper erbaut worden.
Zum Ende des 2. Weltkrieges wurde das Stadtviertel bei den Luftangriffen auf Dresden zerstört.