• In Dresden ist ein Neubau an der Marschner Straße geplant, mit einer kleinen Kuppel und einem Minarett. Die Pläne sind laut Stadt derzeit nicht genehmigungsfähig. (Symbolbild: dpa)

    In Dresden ist ein Neubau an der Marschner Straße geplant, mit einer kleinen Kuppel und einem Minarett. Die Pläne sind laut Stadt derzeit nicht genehmigungsfähig. (Symbolbild: dpa)

Antrag für Moschee-Bau in Dresden

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Im Netz, auf verschiedenen Facebook-Seiten und in WhatsApp-Gruppen sorgen derzeit Pläne für einen geplanten Moschee-Neubau in Dresden in der Nähe des Straßburger Platzes für Wirbel. Den Entwürfen ist zu entnehmen, dass der Neubau des Marwa ElSherbiny Kulturzentrums an der Marschnerstraße auch eine Kuppel und ein Türmchen in Minarett-Form erhalten soll.

Bauantrag eingegangen - Unterlagen unvollständig und nicht genehmigungsfähig

Die Pressesprecherin der Dresdner Stadtverwaltung, Barbara Knifka, bestätigte auf unsere Anfrage den Bauantrag. Die Unterlagen seien in diesem Jahr eingereicht worden: "Ein Bauantrag für ein solches Vorhaben liegt der Landeshauptstadt vor. Der Antrag ist aktuell unvollständig und kann so vom Bauaufsichtsamt nicht bearbeitet werden. Das Vorhaben ist aktuell auch nicht genehmigungsfähig, da der Stadtrat eine Veränderungssperre für das Gebiet Marschnerstraße/Canalettostraße erlassen hat." Dort soll ein Bebauungsplan (Nr. 3037 Dresden-Altstadt II Nr. 31, Marschnerstraße/Canalettostraße) aufgestellt werden.

Bebauungsplan für das Gebiet

In den Unterlagen der Stadtverwaltung heißt es: "Aufgrund dieser inhomogenen städtebaulichen Situation ist in einem Bauleitplanverfahren zu klären, woran sich künftige Bauvorhaben in ihrer konkreten Ausformung orientieren sollen. Vor dem Hintergrund der sich aktuell vollziehenden Nachverdichtung der innenstadtnahen Stadträume ist es ebenfalls erforderlich, städtebauliche Konzepte und daraus abgeleitet planungsrechtlich verbindliche Rahmenbedingungen zu entwickeln, welche eine behutsame Nachverdichtung erlauben, jedoch gleichfalls Freiflächen erhalten und sichern. Durch die Bedarfssituation insbesondere auf dem Wohnungsmarkt ausgelöst, werden zurzeit im Besonderen die innenstadtnahen Grundstücke hinsichtlich ihrer Eignung als potenzielle Bauflächen durch die verschiedenen Projektentwickler, Wohnungsbaugesellschaften und auch die Genossenschaften geprüft. Somit wird ein steuerndes planerisches Eingreifen an einzelnen Orten immanent."

Verein aktiv in Integrations- und Bildungsarbeit

Schon bisher nutzt der Marwa Elsherbiny Bildungs- und Kulturverein Räume an der Marschnerstraße als Gebetsräume. Zudem gibt es Integrations-, Bildungs- und Sportangebote. Der Verein war 2009 in Erinnerung an die ermordete Ägypterin gegründet worden. Wir haben beim Verein weitere Informationen zu dem geplanten Bauprojekt angefragt. Bis Dienstagmittag hat uns keine Antwort erreicht. Der Vereinsvorsitzende ist im sächsischen Verfassungsschutzbericht erwähnt.

Ehemaliges Drewag-Grundstück

Eine Sprecherin der Drewag bestätigte auf unsere Anfrage, dass das Grundstück an der Marschnerstraße vor zehn Jahren veräußerte wurde. Zum Käufer und dem Preis machte die Sprecherin keine Angaben. Nach unseren Informationen hat der Kaufpreis für das Grundstück bei rund 140.000 Euro gelegen.

Redaktioneller Hinweis:  Artikel wurde am Dienstag um weitere Informationen ergänzt.