Anti-Terror-Kampf: Gepanzerte Fahrzeuge und neue Waffen für sächsische Polizei
Die Polizisten in Sachsen bekommt für den Anti-Terror-Kampf neue Ausrüstung. Innenminister Ulbig übergab am Mittwochmittag in Dresden sieben gepanzerte Fahrzeuge. Zwei davon gehen an das Sondereinsatzkommando (SEK), die anderen Jeeps gehen an die fünf Polizeidirektionen in Sachsen. Außerdem wurden neue Schutzwesten, Helme und Gewehre angeschafft. Mit den gepanzerten Fahrzeugen seien die Interventionskräfte der Polizei bei Terror- und Amoklagen noch besser ausgerüstet, teilte Innenminister Markus Ulbig mit. Neun Millionen Euro sind jetzt in die Neuanschaffungen investiert worden. Insgesamt umfasst das Anti-Terror-Paket in Sachsen für neue Ausrüstung 15 Millionen Euro.Gepanzerte FahrzeugeBei den gepanzerten Fahrzeugen handelt es sich um schwarze Fahrzeuge des Typs Toyota Land Cruiser V8, die vor Beschuss schützen. Die Fahrzeuge verfügen über verstärkte Bremsen und Stoßdämpfer und sind mit Digitalfunk und Sondersignalanlage ausgestattet. Im Innenraum gibt es genügend Platz, sodass die Beamten mit Schutzwesten und Helmen darin sitzen können.Schutzwesten mit StichschutzSeit Anfang 2016 werden neue ballistische Unterziehschutzwesten generell mit Stichschutz ausgeliefert. Bereits vorhandene ballistische Unterziehschutzwesten werden mit Stichschutz nachgerüstet oder komplett gegen neue getauscht. Die Auslieferung der schwarzen und rund drei Kilogramm schweren Westen läuft derzeit noch, rund 2.600 neue Exemplare mit Stichschutz wurden bereits ausgeteilt und rund 4.300 Stichschutzeinschübe für Bestandswesten beschafft. Nach einer Tragezeit von 18 Jahren oder bei Beschädigung werden die Westen gegen eine neue getauscht.HelmeDie schwarzen ballistischen Helme sollen die Erstinterventionskräfte bei terroristischen Anschlägen, Amok-Lagen oder Einsätzen mit Schusswaffen schützen. Der Helm wiegt rund 1,5 Kilogramm. Die sächsische Polizei hat ca. 1.600 solcher Helme für die Einsatzzüge und Polizeireviere der Polizeidirektionen, für die Bereitschaftspolizei und für Spezialkräfte angeschafft.PlattenträgerNeun Kilogramm wiegen die dunkelblauen Plattenträger, die die Polizeibeamten vor Langwaffenbeschuss schützen. Die Schutzflächen des Plattenträgers reichen im Frontbereich vom Kehlkopf bis zum oberen Beinbereich und bestehen aus sieben Platten. In besonderen Bedrohungslagen kann der Plattenträger schnell angelegt werden. Die Einsatzzüge und Polizeireviere der Polizeidirektionen sowie die Bereitschaftspolizei haben die 1.400 Plattenträger erhalten.GewehreDie Mitteldistanzwaffen - Gewehre - gelten als äußert präzise schießende, leicht zu bedienende und sehr zuverlässige Waffen. Die Polizei Sachsen hat 54 solche Waffen beschafft und diese an Einsatzzüge der Polizeidirektionen sowie an die Bereitschaftspolizei ausgereicht. Darüber hinaus wurden weitere Waffen für die Spezialkräfte der sächsischen Polizei beschafft und geliefert. PistolenDie Beamten erhalten zudem seit Anfang 2016 eine neue Dienstwaffe, die Heckler & Koch SFP 9. Diese ermöglicht 15 statt bisher acht Patronen im Magazin. Die Umstellung wird 2018 abgeschlossen sein, teilte das Innenministerium mit.