Anschläge in Freital und Dresden - RVD prüft Konsequenzen
Nach der Razzia gegen eine mutmaßlich rechtsextreme Gruppe aus Dresden und Freital könnten die Anschläge auf Flüchtlinge und Unterstützer neben den strafrechtlichen auch berufliche Konsequenzen haben. Der 26-jährige Freitaler Hauptverdächtige und ein weiterer Tatverdächtiger aus Freital sollen als Busfahrer für den Regionalverkehr Dresden im Einsatz gewesen sein. Nachdem im April ein Asylbewerber Jugendliche in einem RVD-Bus zwischen Altenberg und Dippoldiswalde belästigt hatte, entstand die Facebookgruppe "FTL / 360". Streife in RVD-BussenDie Gruppe wollte in den Bussen Streife fahren. Der Vorfall war möglicherweise der Auslöser für das entstehen der Gruppe, die sich zunehmend radikalisierte, sich an Demonstrationen in Freital, Heidenau und Dresden beteiligte. Die Gruppe soll für mindestens zwei Anschläge mit Sprengmitteln und einem Angriff mit einem Baseballschläger verantwortlich sein. Geprüft wird anhand der sichergestellten Beweismittel nun auch, ob die Gruppe auch für weitere Anschläge, zum Beispiel auf das Auto und das Büro eines Stadtrates der Linken in Freital, verantwortlich ist, hieß es aus Ermittlerkreisen.RVD kündigt Konsequenzen anSollten sich die Vorwürfe bestätigen, kündigte das Unternehmen auf unsere Anfrage Konsequenzen an:RVD-Sprecher Volker Weidmann teilte mit, man habe entsprechende Information auch erst aus den sozialen Netzwerken erhalten. Offizielle Anfragen oder Informationen von Ermittlungsbehörden liegen dem RVD nicht vor. Bei Bestätigung der Fakten werden das Unternehmen "alle arbeitsrechtlich möglichen Maßnahmen gegenüber demjenigen einleiten, welcher die bestehenden Rechtsgrundsätze unserer Gesellschaft missachtet und unser Unternehmen diskreditiert hat. Bis dahin gelten die einschlägigen Bestimmungen des BGB und der Zivilprozessordnung sowie Unschuldsvermutung."Gleichzeitig verwies der RVD auf sein Statement gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit, mit dem sich das Unternehmen bereits seit Juni 2015 klar positioniert hat.Razzia in neun WohnungenPolizei und Staatsanwaltschaft hatten am Donnerstag neun Wohnungen in Freital und Dresden durchsucht und dabei Sprengstoff, Computer, eine Hakenkreuzflagge sowie weitere nationalsozialistische Devotionalien sichergestellt. Drei Männer und eine Frau wurden festgenommen, gegen einen 26-jährigen Freitaler lag bereits ein Haftbefehl vor. Die Gruppe hatte sich als Bürgerwehr in Freital über Facebook unter dem Namen "FTL / 360" organisiert.Weitere Haftbefehle am Freitag erlassenGegen die drei weiteren bei der Razzia in Freital und Dresden festgenommen Freitaler und Dresdner ist am Freitagnachmittag Haftbefehl erlassen worden. Zwei Männer sitzen in Untersuchungshaft. Eine 27-jährige Freitalerin kam unter Auflagen frei, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit.