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Anklage wegen Totschlags im Fall Khaled

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Ein Flücht­ling aus Eritrea hat nach Überzeu­gung der Ermittler seinen Lands­mann Khaled in Dresden ersto­chen. Gegen den 27-Jährigen wurde Anklage wegen Totschlags erhoben, wie die Staats­an­walt­schaft am Mittwoch mitteilte. Ihm werde vorge­worfen, nach einem Streit am Abend des 12. Januar mehrfach mit einem Küchen­messer auf seinen Mitbe­wohner einge­sto­chen zu haben, sagte Oberstaats­an­walt Lorenz Haase. Der 20 Jahre alte Afrikaner wurde an Hals und Brust schwer verletzt und starb wenig später. Die Leiche des jungen Mannes war am nächsten Morgen im Hof der Platten­bau­sied­lung in Leubniz-Neuostra gefunden worden, in der er mit sieben weiteren Afrika­nern seit September 2014 lebte. Der Fall hatte wegen der islam­kri­ti­schen Pegida-Bewegung großes Aufsehen erregt und eine politi­sche Debatte ausge­löst. Zudem standen die Ermittler in der Kritik, weil sie zunächst keine Hinweise auf Fremd­ein­wir­kung gefunden hatten und sich später korri­gieren mussten.Bei Gedenk­mär­schen für Khaled in Dresden und Berlin war auch der Verdacht auf ein rassis­ti­sches Motiv geäußert worden. Zehn Tage nach der Bluttat wurde anhand von DNA-Spuren auf der Tatwaffe Khaleds Mitbe­wohner als Verdäch­tigter identi­fi­ziert und verhaftet. Seinen Angaben zufolge war eine Ausein­an­der­set­zung um die Haushalts­füh­rung in der Wohnge­mein­schaft eskaliert.