Angeklagter schlägt Dresdner Jugendamtschef im Gericht nieder
Im Amtsgericht Dresden hat ein Angeklagter am Dienstagmittag einen Zeugen attackiert. Der Leiter des Dresdner Jugendamtes, Claus Lippmann, sei niedergeschlagen und verletzt worden, bestätigte Stadtsprecher Kai Schulz. Zuerst hatte Tag24 berichtet.
Die Dresdner Polizei bestätigte den Vorfall auf Anfrage, ohne Details zu den Beteiligten oder dem Hergang zu nennen. Der Angreifer sei von Justizbeamten überwältigt worden, teilte eine Polizeisprecherin auf Anfrage mit.
Drohungen und Beleidigung bei Sorgerechtsstreit
Lippmann hatte den Mann angezeigt, weil er in einem Sorgerechtsstreit Mitarbeitern des Jugendamtes per E-Mail gedroht und ihn beleidigt haben soll. Daraufhin erging erst ein Strafbefehl wegen versuchter Nötigung und Beleidigung. Dagegen wurde Widerspruch eingelegt, deswegen wurde ein Prozess terminiert, teilte die Staatsanwaltschaft Dresden auf Anfrage mit.
Lippmann war als Zeuge geladen und traf vor dem Gerichtssaal auf den Angeklagten. Der soll unvermittelt mit der Faust zugeschlagen haben - zwischen den Fingern soll einen Schlüssel gesteckt haben, um Lippmann zu verletzen. Der Chef des Jugendamtes erlitt eine schwere Wunde unter dem Auge und blutete auch aus den Ohren. Er wurde vom Notarzt versorgt. Der Angreifer wird sich nun auch wegen Körperverletzung verantworten müssen, teilte die Staatsanwaltschaft mit.
Wie Stadtsprecher Kai Schulz bei uns im Interview sagte, wünsche man Herrn Lippmann schnell und gute Genesung. Er werde vollumfänglich unterstützt. Zudem werde gegen den Angreifer ein Hausverbot für das Dresdner Rathaus ausgesprochen.
Vorjohann: "Verwerflich und inakzeptabel"
Auch Bürgermeister Hartmut Vorjohann sicherte seine volle Unterstützung zu: "Der tätliche Angriff auf den Leiter es Jugendamtes, Claus Lippmann, ist zutiefst schockierend", sagte Hartmut Vorjohann, Beigeordneter für Jugend und Bildung. Herr Lippmann war heute als Zeuge in das Amtsgericht Dresden geladen, als er angegriffen wurde. "Wir werden die polizeilichen Ermittlungen gegen den Täter vollumfänglich unterstützen. Angriffe auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung in Ausübung ihrer Tätigkeit sind verwerflich und inakzeptabel. Am wichtigsten ist aber, dass wir mit Herrn Lippmann im Kontakt stehen und ihm helfen werden diesen Angriff körperlich wie seelisch zu verarbeiten."
