Angeklagter packt im Infinus-Prozess aus
Im Prozess gegen die Infinus-Manager hat sich am Montagvormittag zum ersten Mal einer der Angeklagten zu Wort gemeldet. Der 48-Jährige sprach vor Gericht über die Geschäftsgebaren der Infinus-Gruppe. Nach seinen Angaben war den Managern bereits 2008 bekannt, dass das ursprüngliche Geschäftsmodell so nicht funktionieren würde. Deshalb wurden Tochterfirmen gegründet, um scheinbare Geschäftserfolge vorzuweisen. Der 48-Jährige, der zunächst Prokurist und später im Vorstand war, gab an, dass über ein Firmengeflecht Wertpapiere oder sogenannte Nachrangdarlehen mit hohen Renditeversprechen ausgegeben und durch immer neue Abschlüsse oder Eigengeschäfte bedient wurden. Laut Staatsanwaltschaft haben die Angeklagten ein Schneeballsystem betrieben. Fünf Männern wird gewerbsmäßiger Bandenbetrug im besonders schweren Fall und Kapitalanlagebetrug vorgeworfen. Gegen einen Beschuldigten wird wegen Beihilfe verhandelt. In der Anklage geht es um das Geld von rund 22 000 Anlegern mit einem Volumen von 312 Millionen Euro. Der 48-Jährige hatte schon im Zuge der Ermittlungen umfangreich berichtet und war im Februar 2014 auf freien Fuß gekommen. Die Mitangeklagten sitzen seit November 2013 in Untersuchungshaft. (mit dpa)