- Am Dresdner Hauptbahnhof geht am Montagmorgen nichts
- Fahrgäste müssen sich am Montag wieder auf leere Haltestellen einstellen.
- Zahlreiche Bahnen (und Busse) stehen am Montag still.
ÖPNV rollt nach Mega-Streik wieder
Nach dem bundesweiten Verkehrsstreik rollt der ÖPNV am Dienstagmorgen in Dresden wieder. Busse und Straßenbahnen der DVB haben zu Schichtbeginn um 3:30 Uhr die Depots verlassen. Auch am Dresdner Hauptbahnhof läuft soweit alles wieder im Normalbetrieb. Es gab kleinere Verspätungen und die S1 nach Meißen um 07:47 Uhr wurde gestrichen. Vereinzelt ist auch im Fernverkehr der Deutschen Bahn noch mit Einschränkungen zu rechnen, bis sich alles wieder eingespielt hat.
Die bundesweiten Warnstreiks der Gewerkschaften Verdi und EVG haben am Montagmorgen auch in Dresden für weitgehenden Stillstand im öffentlichen Verkehr gesorgt. Busse und Straßenbahnen der DVB blieben im Depot. Der Zugverkehr kam „nahezu vollständig“ zum Erliegen, wie eine Bahnsprecherin sagte. An den Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden wurden alle innerdeutschen Flüge gestrichen. Die Gewerkschaften kämpfen in unterschiedlichen Tarifrunden für mehr Einkommen. Nachfolgend alles Wichtige im Überblick:
DVB: Busse und Bahnen stehen still, Fähren sind unterwegs
Bei den DVB werden Busse und Bahnen im gesamten Stadtgebiet bestreikt. Fahrgäste müssen sich auf erhebliche Einschränkungen und Fahrtausfällen auf allen Linien einstellen. Auch die Schwebebahn, Servicepunkte und die DVB-Telefonhotline sind betroffen.
Wie uns DVB-Sprecher Falk Lösch am Montagmorgen sagte, sei aber ungefähr jeder 5. Bus im Stadtgebiet unterwegs. Dabei handelt es sich um Fahrzeuge, die von Sub- oder Tochterunternehmen der DVB betreut werden. Eine Aussage, welche Linien genau unterwegs sind, lasse sich aber nicht treffen.
Alle Infos gibt es auch auf dvb.de/warnstreik.
VVO: Keine S-Bahnen
Auch die S-Bahnen im VVO-Bereich sind nicht unterwegs, sagte uns Sprecher Christian Schlemper. Grund sei, dass die die Deutsche Bahn auch die Stellwerker zum Warnstreik aufgerufen habe. Somit würden die Signale alle auf rot stehen bleiben. Selbst wenn ein Lokführer fahren wöllte, könnte er das nicht, so Schlemper, weil er kein grünes Licht bekommt.
Trilex- und ODEG-Züge entfallen
Wer am Montag mit dem Zug in der Lausitz unterwegs sein will, hat ebenfalls schlechte Karten. Neben den Trilex-Zügen in Richtung Görlitz und Zittau entfallen auch alle Fahrten auf den Linien der ODEG. Auch die Regionalbahnen von Dresden nach Kamenz oder Hoyerswerda stehen still.
Nicht betroffen vom Warnstreik sind dagegen sämtliche Lausitzer Buslinien.
Züge der Mitteldeutsche Regiobahn fahren
Die Mitteldeutsche Regiobahn (MRB) rechnet am Montag ebenfalls mit Einschränkungen im Bahnbetrieb. Zwar mache das Unternehmen nicht am Streik mit, jedoch sei man betroffen, weil auch Fahrdienstleiter bei dem Streik teilnehmen. Zugausfälle sollen, wenn möglich, durch Busse kompensiert werden.
Deutsche Bahn: Kein Ersatzfahrplan
Die Deutsche Bahn stellte wegen des Warnstreiks der Gewerkschaft EVG sowohl den Fern- als auch den Nahverkehr ein. Auch auf den Strecken, die von Privatbahnen betrieben werden, fuhren laut Fahrplanauskunft weitestgehend keine Züge. Vereinzelt wurde Schienenersatzverkehr mit Bussen angeboten. Laut der Bahn-Sprecherin beteiligten sich alle Berufsgruppen im Bahn-Konzern am Warnstreik. Auch zum Betriebsbeginn am Dienstagmorgen kann es zu Ausfällen kommen
Aus Kulanz hat die Bahn die Zugbindung bei Spar- und Supersparpreisen aufgehoben. Generell können alle für diesen Montag und diesen Dienstag gekaufte Fahrkarten für den Fernverkehr bis zum 4. April flexibel genutzt werden, sofern sie bis einschließlich diesen Donnerstag gekauft wurden.
Streik legt Zugverkehr zwischen Tschechien und Deutschland lahm
Der 24-stündige Verkehrswarnstreik in Deutschland hat den Schienenpersonenverkehr mit dem Nachbarland Tschechien komplett lahmgelegt. Grenzüberschreitende Fern- und Regionalzüge fuhren am Montag nur auf den Streckenabschnitten innerhalb Tschechiens, wie die staatliche Eisenbahn Ceske Drahy (CD) mitteilte.
Beispielsweise verkehrten die Eurocity-Züge zwischen Prag und Berlin nur im Abschnitt zwischen Prag und Decin (Tetschen). Die Eurocity-Züge in Richtung München endeten in Domazlice (Taus). Die Schnellzüge zwischen Cheb (Eger) und Nürnberg wurden ersatzlos gestrichen. Die Nationalparklinie U28 in der Sächsischen und Böhmischen Schweiz wurde unter Auslassung des deutschen Teilstücks zweigeteilt.
Aus Kulanzgründen ermöglicht die tschechische Bahn den Umtausch oder die Umbuchung von bereits gekauften Fahrkarten nach Deutschland. Es wird erwartet, dass der grenzüberschreitende Zugverkehr am Dienstag wieder ohne Einschränkungen aufgenommen werden kann.
Auch Internationaler Verkehr betroffen
Auch die internationalen Bahnverbindungen von und nach Tschechien sind betroffen. Die Staatsbahn Ceske Drahy (CD) rechnet damit, dass alle grenzüberschreitende Regional- und Fernzüge an diesem Tag nur innerhalb Tschechiens fahren werden. So werde der Expresszug zwischen Prag und München nur im Abschnitt zwischen Prag und Domazlice (Taus) verkehren. Grund dafür sei, dass sich die Fahrdienstleiter in Deutschland an dem Streik beteiligen dürften, teilte ein Bahnsprecher am Freitag in Prag mit.
Die Eurocity-Züge zwischen Prag und Berlin enden am Montag bereits im Grenzbahnhof Decin (Tetschen). Die Eilzüge zwischen Cheb (Eger) und Nürnberg fallen ganz aus, ebenso die Verbindung zwischen Bayerisch Eisenstein und Plattling. Die Nationalparkbahn U28 durch die Sächsische und Böhmische Schweiz wird unter Aussparung des deutschen Teilstücks zweigeteilt. Die tschechische Bahn bietet auf Kulanzbasis an, für den 27. März gelöste Fahrkarten nach Deutschland umzutauschen oder auf eine Verbindung vor beziehungsweise nach dem Streiktag umzubuchen.
Flughäfen: Direkt beim Reiseveranstalter erkundigen
An den Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden war das Sicherheitspersonal wie an fast allen großen Airports zum ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Laut An- und Abflugtafeln beider Airports fielen alle Lufthansa-Verbindungen von und nach München und Frankfurt aus. In Dresden wurde zudem ein Eurowings-Flug von und nach Düsseldorf gestrichen. Die übrigen Flüge anderer Gesellschaften sollten bestehen bleiben.
Das wird von den Gewerkschaften gefordert
Im Tarifkonflikt von EVG und Verdi gehe es um Forderungen für Bezahlung und Tarifverträge. Ungewöhnlich am geplanten Warnstreiktag von EVG und Verdi ist, dass er sich mit den Verhandlungen überschneidet - nämlich der in Potsdam beginnenden dritten Runde für die 2,5 Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen.
Die Gewerkschaft Verdi fordert für den öffentlichen Dienst 10,5 Prozent und mindestens 500 Euro mehr Lohn. Die Arbeitgeber hatten in der zweiten Verhandlungsrunde Ende Februar ein Angebot vorgelegt. Es umfasst unter anderem eine Entgelterhöhung von insgesamt fünf Prozent in zwei Schritten und Einmalzahlungen in Höhe von insgesamt 2500 Euro.
Ende Februar begannen zudem die Verhandlungen der EVG mit der Bahn und rund 50 weiteren Eisenbahn-Unternehmen. Die erste Verhandlungsrunde mit allen Betrieben endete an diesem Donnerstag. Die Gewerkschaft hatte in der vergangenen Woche ein erstes Angebot der Bahn abgelehnt. Sie fordert mindestens 650 Euro mehr Lohn. Bei den höheren Entgelten strebt sie eine Steigerung um zwölf Prozent an bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten.
Die Bahn hatte unter anderem angeboten, die Löhne der rund 180 000 betroffenen Beschäftigten in zwei Schritten um insgesamt 5 Prozent anzuheben sowie Einmalzahlungen in Höhe von zusammen 2500 Euro in Aussicht gestellt. (mit dpa)
+++ Bundesweiter Warnstreik +++
— DVB AG (@DVBAG) March 27, 2023
Die DVB AG wird heute ab 3:30 Uhr ganztägig von der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di bestreikt. Bitte habt Verständnis, dass wir keine Anfragen beantworten. Alle Infos findet ihr hier: https://t.co/SzPVFkeQ87pic.twitter.com/AnWIUiioEd





