Alkohol Suchtproblem Nummer eins in Dresden
Alkohol ist weiterhin das Suchtproblem Nummer eins in Dresden. Wenn Leute wegen Drogen ins Krankenhaus kommen, handelt es sich in etwa drei Viertel der Fälle (77 Prozent) um Alkoholfälle. Das geht aus dem aktuellen Suchtbericht des Dresdner Gesundheitsamtes hervor. Das zweite Problem sind zum Beispiel Glücksspiel oder PC und Handysucht - etwa jeder zehnte Fall kommt aus dem Bereich der Mediensucht. Danach folgen die Drogen Crystal und Cannabis.
Die Zahlen aus dem Suchtbericht im Detail: "Im Jahr 2016 wurden insgesamt 2.784 Dresdner Kinder, Jugendliche und Erwachsene wegen des Konsums von legalen und illegalen psychotropen Substanzen (ins Krankenhaus eingeliefert. Damit hat sich im Vergleich zum Vorjahr (2015: 2.756 Behandlungen) der Rückgang seit 2014 (3056 Fälle) etwas stabilisiert. Neben den Hauptschwerpunkten Multipler Substanzgebrauch (zehn Prozent), Stimulanzien (sechs Prozent) und Cannabiskonsum (vier Prozent) nahmen, wie auch in den Jahren zuvor, Behandlungen aufgrund Alkoholmissbrauches mit 77 Prozent den größten Teil ein."
Dresden bei Crystal bundesweit auf Platz 3
In den Dresdner Suchberatungs- und Behandlungsstellen (SBB) wurden im Jahr 2017 insgesamt 3.579 Personen (2016: 3.566) beraten. Davon hatten 3.102 Klienten/innen (2016: 3.075) aufgrund eigener Betroffenheit Beratungsbedarf. 477 Personen kamen als Angehörige in die SBB (2016: 491). Der Anteil der Beratungsanliegen in Folge des Konsums illegaler Drogen lag im Jahr 2017 bei 39,5 Prozent (201
6: 40,6 Prozent). Während die Beratungsanliegen in Folge des Konsums von Stimulanzien (Crystal) au
ch im ambulanten Bereich weiter zurückgingen (2017: 579; 2016: 631, 2015: 663), stieg die Anzahl der Beratungen auf Grund von Cannabiskonsum von 383 im Vorjahr auf 469 im Jahr 2017 weiter an.
Damit ist seit dem Jahr 2012 ein kontinuierlicher Anstieg an Beratungsanliegen zu verzeichnen.
Sachsen liegt innerhalb Deutschlands bzgl. der Krankenhausbehandlungen in Folge von Crystalkonsum bezogen auf 100.000 Einwohner/-innen nicht mehr an erster Stelle, sondern aufgrund der rückläufigen Zahlen auf Platz drei.
Im vergangenen Jahr sind etwa 2800 Fälle von Rauschgiftkriminalität in Dresden registriert worden, das waren fast 1000 mehr als im Vorjahr, die Polizei hatte die Kontrollen verstärkt.
OB Hilbert: Kinder und Jugendliche schützen
Oberbürgermeister Dirk Hilbert teilte dazu mit: "Kommunal müssen wir alle Bemühungen darauf fokussieren, Kinder und Jugendliche vor Alkoholkonsum zu schützen. Eine besondere Herausforderung für die Kommune ist die suchtpräventive Arbeit mit geflüchteten Menschen. Sie beinhaltet nicht nur
Sprachbarrieren zu überwinden, Informationsmaterial differenziert zur Verfügung zu stellen und Multiplikatoren in den Arbeitsfeldern der Jugend- und Flüchtlingshilfe zu schulen, sondern auch Wissen über kulturelle Aspekte des Suchtmittelgebrauches im Herkunftsland und den gesellschaftlichen Umgang damit. Eine gelingende Suchtprävention sowie Hilfe und Unterstützung bei Suchtproblemen, aber auch ein Wandel im gesellschaftlichen Umgang ist unser aller Ziel."
Hier den vollständigen Suchtbericht 2018 abrufen (PDF).