Alkohol Problemdroge Nummer eins in Dresden - weniger Raucher
Alkohol ist weiter die Problemdroge Nummer eins in Dresden. Das geht aus dem aktuellen Suchtbericht der Stadt hervor. Die Suchtberatungsstellen hatten im vergangenen Jahr 3500 Beratungsfällen (rund 3000 Betroffene und 500 Angehörige), bei der Hälfte der Fälle ging es um Alkoholmissbrauch. Positiv: weniger Menschen mussten im Krankenhaus behandelt werden, der Wert sank um zehn Prozent. Zudem rauchen in Dresden immer weniger Menschen, die Nichtraucherquote liegt bei 82 Prozent und damit deutlich über dem Bundesschnitt (76 Prozent).Alkohol bleibt Problemdroge Nummer 1 73 Prozent aller Krankenhauseinweisungen bei Suchterkrankungen sind auf den gesundheitsschädlichen Konsum von Alkohol zurückzuführen. Zwar ging die absolute Anzahl der alkoholbedingten Aufnahmen zurück, dies wirkt sich jedoch angesichts der insgesamt gesunkenen Behandlungszahlen prozentual nicht aus. Übermäßiger Alkoholkonsum ist bei Männern zwischen dem 18. und 60. Lebensjahr ungeschlagen die Hauptursache für eine Krankenhausaufnahme – auch vor Unfällen, Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Für Frauen zwischen 40 und 50 Jahren steht Alkoholkonsum an zweiter Stelle der Aufnahmegründe, ab dem 50. Lebensjahr jedoch an erster Stelle. Riskanter Alkoholkonsum spielt in 49 Prozent der Beratungsfälle eine Rolle.Illegale Drogen stehen weiter im Fokus: Crystal und Cannabis Crystal Meth bleibt Dresdens Suchtproblem Nummer zwei. Zwar gingen die Krankenhausbehandlungen aufgrund von Crystal leicht auf 298 zurück (2014: 318), im bundesweiten Vergleich sind diese Zahlen jedoch weiter auffällig. Der Freistaat Sachsen weist im deutschlandweiten Vergleich mit 45 Crystal-bedingten Krankenhausbehandlungen pro 100 000 Einwohner die höchste Falldichte auf. Der Bundesdurchschnitt lag 2015 bei 12 Fällen pro 100 000 Einwohner. Der Anteil der Beratungsanliegen infolge des Konsums illegaler Drogen stieg im Jahr 2016 weiter auf 39,4 Prozent an (2015: 37,9 Prozent; 2013: 34,9 Prozent). Während die Beratungsanliegen infolge des Konsums von Crystal auch im ambulanten Bereich erstmalig seit 2012 zurückgingen (2016: 631 Beratungen; 2015: 663 Beratungen), stieg die Anzahl der Beratungen auf Grund von Cannabiskonsum von 320 im Vorjahr auf 383 im Jahr 2016 weiter seit 2012 kontinuierlich an. Drogenkonsum in der Schwangerschaft Die Anzahl der drogenkonsumierenden Schwangeren ist seit dem Jahr 2012 in Sachsen und Dresden kontinuierlich angestiegen. Dementsprechend leiden immer mehr Neugeborene an drogenbedingten Schädigungen und Entzugssymptomen. Sowohl die Kliniken als auch die Dresdner SBB reagierten darauf. Im Jahr 2015 ist ein leichter Rückgang der Fallzahlen zu verzeichnen. Der klinische Pfad wurde 2016 sowohl im Dresdner Universitätsklinikum Carl Gustav Carus als auch im Städtischen Klinikum Dresden weiterentwickelt, indem die psychiatrischen Abteilungen bzw. Kliniken eingebunden wurden. Im Universitätsklinikum werden die drogenkonsumierenden Mütter unverzüglich in ein ambulantes psychiatrisches Behandlungssetting vermittelt, im Städtischen Klinikum vor einer Rehabilitationsbehandlung bei Bedarf in ein stationäres psychiatrisches Setting. Die Koordination der medizinischen und notwendigen psychosozialen Maßnahmen für schwangere Frauen sowie auch für entbundene Mütter mit Drogenkonsum erfolgt im Universitätsklinikum durch Mitarbeiter des „FamilieNetz“, einem an der Unikinderklinik angesiedelten Bereich der psychologisch-sozialmedizinischen Versorgung von Familien früh- und/oder krank Neugeborener. Die Dresdner SBB entwickelten eine Handlungsorientierung zur Sicherung des Kindeswohls. Sie beschreibt Verfahrensabläufe für die Beratung und Betreuung schädlich suchtmittelkonsumierender und abhängigkeitskranker Eltern und kann auf www.dresden.de/sucht abgerufen werden. Nichtraucherquote liegt über Bundesdurchschnitt Der Anteil der Nichtraucher in Dresden stieg laut Kommunaler Bürgerumfrage in den vergangenen sechs Jahren von 77 Prozent auf 82 Prozent im Jahr 2016 und liegt damit über dem deutschen Durchschnitt von 76 Prozent. Glücksspiel- und Mediensucht nehmen kontinuierlich zu Rund neun Prozent der Beratungsanliegen betreffen Verhaltenssüchte wie das pathologische Glücksspiel und den problematischen Mediengebrauch. In Dresden hat sich die SBB der GESOP gGmbH auf diese Zielgruppe spezialisiert. Ihr Interventionsprogramm „ESCapade“ für Familien mit Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 18 Jahren mit problematischer Mediennutzung wurde bisher von 53 Familien genutzt. Bürgermeisterin Kaufmann: Dresden auf gutem Weg "Der Suchtbericht sagt im Großen und Ganzen: Dresden ist auf einem guten Weg. Doch wir dürfen jetzt keinesfalls den Fehler begehen und nachlassen. Suchtberatung, -behandlung und -prävention sind komplexe Aufgaben. Wir müssen sie interdisziplinär, partnerschaftlich und konsequent angehen. Darin liegt unsere Stärke. Viele neue Kooperationen, die im letzten Jahr entstanden sind, zeugen davon, zum Beispiel das Themenjahr Sucht und die Aktionstage mit dem Dresdner Mannschaftsspitzensport, dem Dresdner Zoo und den Dresdner Verkehrsbetrieben. Diese Ansätze gilt es zu vertiefen und weitere Mitstreiterinnen und Mitstreiter für einen risikoarmen Konsum zu gewinnen", sagte die Beigeordnete für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Wohnen, Dr. Kristin Klaudia Kaufmann.Vollständiger Suchtbericht (PDF): https://www.dresden.de/media/pdf/gesundheit/Sucht_Suchtbericht_2017.pdfMehr Informationen: http://www.dresden.de/sucht
