Albertinum bekommt unverhofften Zuwachs
Das Albertinum hat unverhofften Zuwachs bekommen. Ein bislang anonymes Gemälde aus dem Bestand des Albertinum konnte nach umfangreichen kunsttechnologischen Untersuchungen nun zweifelsfrei dem Maler Carl Gustav Carus zugeordnet werden.
In Vorbereitung auf die Ausstellung „Träume von Freiheit – Romantik in Russland und Deutschland“, die ab dem 22. April 2021 in der Staatlichen Tretjakow-Galerie Moskau zu sehen sein wird, geriet das Werk mit dem Titel „Alter Harfner“ in den Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen. Im Rahmen einer Diplomarbeit an der Hochschule für Bildende Künste Dresden wurde es gemeinsam mit einer Restauratorin der SKD eingehend untersucht. Hier stieß man nach der Firnisabnahme auf die Signatur des Künstlers Carus sowie das Entstehungsdatum des Gemäldes. Ferner ließ die nun wieder deutlich sichtbare Malweise keinen Zweifel an der Authentizität. So kann das Werk nun eindeutig dem Dresdner Romantiker zugeschrieben werden.
Das kleinformatige Gemälde zeigt eine Mondscheinlandschaft mit einem alten Mann, der versunken an seiner Harfe lehnt. Es entstand 1836 und wurde im Galeriebestand lange als Werk eines unbekannten Künstlers geführt. Recherchen ergaben, dass das Gemälde noch 1968 von der Kunsthistorikerin Marianne Prause im Werkverzeichnis über Carus aufgeführt wurde. Der etwas ungelenke Stil in der Darstellung des alten Mannes ließ später jedoch Skepsis an der Urheberschaft aufkommen. Auch die Signatur war auf dem nachgedunkelten und verstaubten Bild nicht mehr sichtbar, so dass die Zuschreibung aufgehoben wurde und das Gemälde aus dem Fokus geriet.
Das Albertinum besitzt damit nun insgesamt 22 Gemälde des bedeutenden Dresdner Romantikers Carl Gustav Carus. Das Werk ist trotz seines Alters von bald 200 Jahren in einem guten Zustand.