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AfD gewinnt Bundestagswahl in Sachsen

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Die AfD hat die Bundes­tags­wahl in Sachsen überra­schend gewonnen. Mit unerwartet starken 27,0 Prozent vervier­fachte sie knapp ihr Ergebnis von 2013, wurde laut vorläu­figem amtli­chen Ergebnis stärkste Kraft im Freistaat und fuhr damit zugleich ihr bundes­weit bestes Ergebnis ein. In ganz Deutsch­land kam sie nach Auszäh­lung aller Wahlkreise auf 12,6 Prozent. Zudem sicherte sich die Partei von AfD-Landes- und Bundes­chefin Frauke Petry in Sachsen drei Direkt­man­date - auch das ein Novum im Bundes­ge­biet.Die sächsi­sche Union wurde mit 26,9 Prozent knapp dahinter auf Platz zwei verwiesen. Ein weiteres ihrer bislang 16 gehal­tenen Direkt­man­date musste die CDU an Die Linke abgeben, die mit 16,1 Prozent das dritt­beste Ergebnis im Freistaat einfuhr. Danach folgten die SPD mit 10,5, die FDP mit 8,2 und die Grünen mit 4,6 Prozent der Stimmen. Die Wahlbe­tei­li­gung lag mit 75,4 Prozent um rund 6 Prozent­punkte über der von 2013.Der sächsi­sche CDU-General­se­kretär und bishe­riger Vizevor­sit­zende der Unions­frak­tion im Bundestag, Michael Kretschmer, wird dem neuen Bundestag nicht mehr angehören. Der 42-Jährige verlor im Wahlkreis Görlitz sein Direkt­mandat an den AfD-Politiker Tino Chrupalla. Das erste Direkt­mandat hatte sich zuvor Petry gesichert. Das dritte Direkt­ti­cket in den Bundestag für die AfD ging an den Polizisten Karsten Hilse im Wahlkreis Bautzen I. Zudem holte mit Sören Pellmann in Leipzig erstmals auch ein sächsi­scher Linker ein Direkt­mandat.Die Nieder­lage der großen Koali­tion in Berlin stieß im Freistaat auf unter­schied­liche Reaktionen. SPD-Landes­chef Martin Dulig sprach von einem bitteren Tag. CDU-Regie­rungs­chef Stanislaw Tillich (CDU) sah trotz herber Verluste für die CDU die wichtigsten Wahlziele erreicht. Die Union werde auch künftig die Regie­rung unter Bundes­kanz­lerin Angela Merkel führen. Ein Bündnis mit FDP und Grünen sei dabei aber die schwe­rere Option. Tillich sprach sich dafür aus, die SPD nicht aus der Verant­wor­tung zu entlassen. SPD-Partei­chef Martin Schulz hatte eine Weiter­füh­rung der großen Koali­tion ausge­schlossen.Nach Auszäh­lung aller Wahlkreise fällt die Union auf ihr schwächstes Ergebnis seit 1949: 33 Prozent (2013: 41,5). Die einstige Volks­partei SPD stürzt nach zwei bereits schwa­chen Wahlen auf ein Rekord­tief von 20,5 Prozent (25,7). Die AfD, 2013 noch knapp geschei­tert, legt mit 12,6 Prozent auf knapp das Dreifache zu (4,7). Die seit 2013 nicht mehr im Parla­ment vertre­tene FDP überspringt mit 10,7 Prozent die Fünf-Prozent-Hürde (4,8). Die Linken verbu­chen mit 9,2 Prozent (8,6) ein leichtes Plus. Das Gleiche gilt für die Grünen mit 8,9 Prozent (8,4). (DPA)