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ADAC-Test: Dresden auf letztem Platz bei Radfahrersicherheit

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Radfahrer in Dresden sind an Grundstückszufahrten besonders gefährdet. Das geht aus den am Mittwoch vom ADAC
veröffentlichten Ergebnissen des Tests „Radwegsicherheit an Kreuzungen 2019“ hervor.

Sichteinschränkungen und fehlende Mittelinseln oder Ampeln zur Überquerung stark befahrener Straßen führten den Angaben nach zum Urteil „sehr mangelhaft“. Insgesamt beurteilte der Test die Sicherheit in zwölf getesteten Strecken mit „ausreichend“.

Für den Test wurden zwischen Dezember 2018 und März 2019 zehn Landeshauptstädte überprüft. In Dresden wurden rund 50 Kilometer abgefahren, die den Angaben nach typische Wege von Radfahrern nachbilden sollen. Bundesweit landete Dresden mit Bremen und Wiesbaden auf dem letzten Platz.

Folgende Strecken wurden getestet:
 

Route 1Alaunstraße/ Jordanstraße – Universitätsklinikum, Fetscherstraße
Route 2Globalfoundries, Wilschdorfer Landstraße – Wilder-Mann-Straße 37
Route 3Gymnasium Bürgerwiese, Parkstraße – Bodenbacher Straße 20
Route 4Berzdorfer Straße 1 – Glasewaldtstraße 45
Route 5Pestitzer Straße 10 – Waisenhausstraße/ Prager Straße
Route 6Rietschelstraße 16 – Borsbergstraße 23b
Route 7Louisenstraße 47 – Technische Universität, George-Bähr-Straße
Route 8Krenkelstraße 2 – Hauptbahnhof
Route 9Riesaer Straße 42 – Hauptbahnhof
Route 10Mittellandroute, Ostra-Ufer/ Marienbrücke – Tharandter Straße 146
Route 11Großsedlitzer Weg 21 – Freibad Wostra, An der Wostra
Route 12Rudolf-Harbig-Stadion, Lennéstraße – Busmannstraße 18

Stärken / Schwächen

StärkenSchwächen
Kreuzungen und Einmündungen öfters ohne Mängel - mehrheitlich im Mischverkehr (ohne gesonderte Radwege)Bei der Überquerung von stark befahrenen Straßen öfters keine Hilfen wie etwa Mittelinseln oder Ampeln (Beispiel: Bautzner Straße in Höhe Prießnitzstraße)
Ampeln für Radfahrer öfters früher grün als für Kfz-VerkehrHaltelinien für Radfahrer mehrheitlich weniger als drei Meter vor der Kfz-Haltelinie – Radfahrer damit für Autofahrer leicht zu übersehen (Beispiel: Fetscherstraße/ Pfotenhauerstraße); öfters sogar lediglich auf Höhe der Kfz-Haltelinie
Direktes Linksabbiegen für Radfahrer an Kreuzungen mit Ampeln öfters möglichAmpeln für Radfahrer mehrheitlich nicht früher grün als für Kfz-Verkehr (Beispiel: Großenhainer Straße Ecke Liststraße)
Haltelinien für Radfahrer öfters mindestens drei Meter vor der Kfz-Haltelinie – Radfahrer damit gut im Blickfeld der AutofahrerSehr viele Grundstückszufahrten mit Sichteinschränkungen (Beispiel: Berthold-Haupt-Straße zwischen Pirnaer Landstraße und Kastanienstraße)*
Radwege über Kreuzungen mit Ampeln öfters auffällig mit Farbfläche markiert (Beispiel: Budapester Straße/ Ammonstraße)Sehr viele Grundstückszufahrten mit Belagswechsel, der Vorfahrt für Autos suggeriert (Beispiel: Karcherallee zwischen Herkulesstraße und Bodenbacher Straße)*
Parallel zur Straße geführte Radwege über Kreuzungen und Einmündungen mehrheitlich nicht mehr als zwei Meter abgesetzt – Radfahrer damit gut im Blickfeld abbiegender Autofahrer (Beispiel: Sidonienstraße/ Mary -Wigman-Straße)Sehr viele Radwegabsenkungen bei Grundstückszufahrten (Beispiel: Großenhainer Straße zwischen Großenhainer Platz und Auenstraße)*
Radwege an Kreuzungen und Einmündungen mehrheitlich auf Fahrbahnniveau abgesenkt (Beispiel: Münchner Straße Ecke Eisenstuckstraße) 
Auch beim Fahrradklima-Test des Fahrradclubs ADFC hatte Dresden die Note „ausreichend“ erhalten, landete im Vergleich zwischen mehrere Städten aber im Mittelfeld (PDF).