Eingestürzte Carolabrücke: weiteres Teilstück abgerissen
Die Abrissarbeiten an der eingestürzten Carolabrücke in Dresden sind am Montag fortgesetzt worden. Zwei Bagger waren seit dem Morgen damit beschäftigt, das abgeknickte Teil auf Altstädter Seite von dem übrigen Brückenzug zu trennen.
Die Arbeiten gestalten sich schwieriger als gedacht, weil die großen Baumaschinen auf der Kaimauer nur begrenzt agieren konnten. Am Abend fiel das schräg hängende Teil dann endlich herunter und landete wie geplant in der Elbe.
Unterdessen werden auch die beiden noch verbliebenen Brückenstränge untersucht. Erste Erkenntnisse lassen den vorläufigen Schluss zu, dass die Spannglieder in diesen beiden Brückenzügen weitgehend intakt sind. Weitere Untersuchungen sollen im Inneren der Brücke folgen.
Was brachte die Carolabrücke letztlich zum Einsturz?
Das untersuchen Brücken-Experten auch anhand von Materialproben der eingestürzten Brücke. Auch Bautagebücher aus den Baujahren bis 1971 werden gewälzt. Hauptursache scheinen nach wie vor verrostete und dann gebrochene Stahlstreben im Brückenkörper zu sein.
Es kann sein, das einige davon sogar schon mit Materialfehlern eingebaut wurden, erklärte uns Brückenexperte Steffen Marx von der TU Dresden. Hinzu kam Korrosion, die durch Tausalz in den Beton eintrat und den Stahl schädigte. Beide Phänomene sollen dem Straßen- und Tiefbauamt aber bekannt gewesen sein.
Die zu DDR-Zeiten erbaute und 1971 eröffnete Carolabrücke bestand aus drei Verkehrssträngen. Der westliche Strang C mit Straßenbahngleisen, Rad- und Fußweg brach in der Nacht zum 11. September aus bisher unbekannten Gründen ein. Seitdem sind auch die beiden anderen Züge für Fahrzeuge gesperrt. In den ersten Tagen danach beseitigten Feuerwehr und Technisches Hilfswerk (THW) mithilfe der Bundeswehr und Spezialtechnik bereits einsturzgefährdete Reste des zerstörten Brückenstrangs - rechtzeitig vor dem Hochwasser.
Für den Abriss auf der Altstädter Seite plant die Bauverwaltung drei Wochen ein. Danach folgen die noch schräg herabhängenden Schenkel auf der Neustädter Seite, zuletzt sollen sie und die seit dem Einsturz im Fluss liegenden Trümmer geborgen werden. Dazu muss der Pegelstand unter 2,30 Metern liegen - aktuell sind es 2,65 Meter. Bis Jahresende soll, wenn alles nach Plan läuft, Strang C beseitigt sein. (mit dpa)