++ EIL ++

450 Teilnehmer bei Bürgerdialog Asyl - Pegida Demo wächst weiter

Zuletzt aktualisiert:

Über 400 Menschen haben sich am Diens­tag­abend im und vor dem bis auf den letzten Platz gefüllten Festsaal der Dreikö­nigs­kirche an der städti­schen Bürger­ver­samm­lung zum Thema Asyl betei­ligt. Sozial­bür­ger­meister Martin Seidel erklärte bei der sachli­chen Debatte, Dresden müsse bis Dezember 2016 Plätze für 4200 Flücht­linge einrichten. Ängste und Sorgen von Anwoh­nern in den betrof­fenen Stadt­teilen müssen man ernst nehmen - so der Tenor der Veran­stal­tungen. "Wir alle haben Ängste, sowohl Asylsu­chenden, als auch Bürger", sagte eine Vertre­terin des Dresdner Auslän­der­rates und erntete viel Beifall.Polizei­prä­si­dent zu "Sonder­ein­heit"Polizei­prä­si­dent Dieter Kroll hielt fest, dass die Krimi­na­lität im Umfeld von Asylheimen nicht ansteige. Er warnte vor einer Stigma­ti­sie­rung von Flücht­lingen. "Ja, es gibt krimi­nelle Ausländer", so Kroll. Berichte - wonach eine Sonder­ein­heit für krimi­nelle Ausländer gegründet werde, relati­vierte Kroll. Ein entspre­chendes MoPo-Interview mit Innenminister Markus Ulbig hatte am Montag für Wirbel gesorgt.Polizei­prä­si­dent: "Es ist zum Kotzen"Aller­dings sollen Beamte über Verwal­tungs­grenzen hinweg, beim Thema Krimi­na­lität besser zusam­men­ar­beiten. So sollen Beamte, die sich beispiels­weise mit anderen Kulturen und Religionen auskennen und erfahren sind, im Umgang mit Dolmet­schern und Anwälten, zentral einge­setzt werden. "Das machen die Beamten, die es bis jetzt auch schon machen", so Kroll. Aller­dings bekämen diese eine gemein­same zentrale Führung. "Wir wollten das Bild einer Sonder­ein­heit von vornherein vermeiden und es ist zum Kotzen, das genau das Gegen­teil einge­treten ist", sagte Kroll im Inter­view mit unserem Sender. "Die haben keine beson­dere Ausrüs­tung, keine beson­deren Fahrzeuge. Die Beamten, die es beson­ders gut können, die werden unter einer Klammer zusam­men­ge­fasst." Das habe es bereits bis 2011 gegeben, so Kroll.5500 Teilnehmer bei PegidaUnter­dessen demons­trierten am Abend wieder mehr Menschen bei der sogenannten Pegida-Demons­tra­tion. Rund 5500 Menschen zogen durch die Innen­stadt, um nach Angaben der Veran­stalter gegen religiösen Fanatismus, angeb­liche Glaubens­kriege auf deutschem Boden und Wirtschafts­flücht­linge zu demons­trieren. Rund 500 Menschen protes­tieren gegen die Veran­stal­tung. Die Polizei sicherte die Demons­tra­tionen mit 370 Beamten ab.

Audio:

Polizei­prä­si­dent Dieter Kroll hören