33-Jähriger soll junge Frau in Club am Dresdner Industriegelände vergewaltigt haben
Ein 33-jähriger Mann soll eine junge Frau in einem Club im Dresdner Industriegelände vergewaltigt haben. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen des Verdachts der Vergewaltigung gegen den Mann aus Marokko, teilte ein Polizeisprecher mit.
Der Tatverdächtige soll sich am Sonntagmorgen (09:00 Uhr) im Sanitärbereich des Clubs an der Meschwitzstraße an der 21-jährigen Frau vergangen haben. Die Polizei wurde alarmiert, der Verdächtige ist noch vor Ort festgenommen worden. Es stehen noch weitere Ermittlungen der Kripo aus, teilte ein Polizeisprecher mit. KO-Tropfen haben keine Rolle gespielt, sagte der Sprecher auf Nachfrage. Weitere Einzelheiten wurden nicht genannt.
Bei der Dresdner Staatsanwaltschaft ist am Montag ein Haftbefehl beantragt worden. Dieser ist auch erlassen worden, sagte Sprecher Jürgen Schmidt. Der Vorfall habe sich laut Staatsanwaltschaft im Club „Objekt klein a“ ereignet. Der Verdächtige sitzt nun in der Dresdner JVA am Hammerweg in Untersuchungshaft.
Aktualisierung 02. Oktober:
Am Mittwochnachmittag haben die Betreiber des Clubes eine Stellungnahme veröffentlicht. Wir geben diese hier im Wortlaut wieder:
Am vergangenen Sonntagmorgen kam es auf unseren Toiletten zu einem sexuellen Übergriff gegenüber einer unserer Besucherinnen. Die Betroffene wandte sich infolgedessen umgehend an unser Personal, woraufhin die Polizei alarmiert wurde. Der Tatverdächtige konnte beim Verlassen des Clubs durch unser Türpersonal gestellt und der Polizei übergeben werden. Die Veranstaltung wurde daraufhin abgebrochen, auch um die Ermittlungen der Polizei nicht zu behindern.
Wir, der Kollektivbetrieb objekt klein a und der Kulturverein Palais Palett, sind entsetzt über die Tat und solidarisieren uns voll und ganz mit der Betroffenen. Unser Ziel ist die Schaffung eines Freiraums für alle und eines Safer Space, eines möglichst sicheren Ortes - besonders für in unserer Gesellschaft marginalisierte und insofern häufig von Diskriminierung Betroffene. Dazu zählen nicht zuletzt Frauen bzw. als weiblich identifizierte Personen. Von Beginn an sind wir darum bemüht, Sexismus und sexualisierte Gewalt, Frauen-, Trans*-, Inter*- und Homofeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus sowie jede andere Form pauschalisierender Ablehnungskonstruktionen in unserer Gesellschaft möglichst entgegenzuwirken. In diesem Sinne wird unser Publikum vor dem Betreten des Clubs ausnahmslos damit konfrontiert, dass wir Diskriminierung jedweder Art nicht dulden und dass sich von Übergriffen Betroffene jederzeit an unser Personal wenden mögen, damit entsprechende Maßnahmen ergriffen werden können. Wir sind froh, dass unsere Vertrauensstruktur in diesem Fall genutzt wurde, und der Tatverdächtige somit gestellt und die Strafverfolgung veranlasst werden konnte.
Da wir von Medienseite aus nach Konsequenzen gefragt wurden, die wir nun zu ergreifen gedenken: Wir werden den Fall in Zusammenarbeit mit einer Opferberatung aufarbeiten und erwägen, unser Safer-Clubbing-Konzept auszubauen - wenngleich ein solches nie hundertprozentige Sicherheit bieten wird, sondern bestenfalls für ein bewussteres Miteinander sorgt und ermutigt, sich im Bedarfsfall Unterstützung zu suchen. Im Laufe der Krisenintervention und Betreuung im konkreten Fall war die Abstammung des Tatverdächtigen im Übrigen weder seitens des Personals noch in den Aussagen der Betroffenen von Belang. Und die Herkunft unserer Besucher:innen wird auch bei unseren Einlasskontrollen weiterhin keine Rolle spielen. Ein solches Vorgehen, wie es nicht selten in Clubs praktiziert wird, wäre rassistisch und dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz nach zudem nicht rechtskonform. Dass der Berichterstattung kaum etwas, aber die Abstammung des Tatverdächtigen zu entnehmen ist, scheint gängig zu sein. Diese Praxis ist unserer Ansicht nach jedoch nicht nur nicht sachdienlich, sondern nützt einzig den üblichen Agitator:innen dazu, den Fall für ihre rassistische Polemik zu instrumentalisieren. Eine gesamtgesellschaftliche Auseinandersetzung etwa über toxische Männlichkeit wird damit überschattet und erschwert. Eine solche wäre allerdings nötig, um den diskriminierenden Normalzustand in unserer Gesellschaft zu bekämpfen, dessen Folge auch sexualisierte Gewalt ist.
Das Szenebündnis um den Tolerave e.V. stellt mit „NO-GO!“ seit Kurzem eine Kontaktstelle für Diskriminierungserfahrungen im Nachtleben bereit. Denn nicht immer vermögen es Betroffene, sich im Falle von Übergriffen unmittelbar an Anlaufstellen vor Ort zu wenden, so solche angeboten werden. Wir schließen uns der Forderung des Vereins an, Diskriminierung zu skandalisieren, anstatt sie zu normalisieren - im Nachtleben wie überall!