3-jähriges Mädchen aus Kita in Cotta nach Hirnhautentzündung verstorben
Ein 3-jähriges Mädchen aus einer Kita in Cotta ist offenbar an den Folgen einer Hirnhautenzündung verstorben. Es besteht Verdacht auf eine Menigokokken-Erkrankung, teilte das Gesundheitsamt mit. 37 Krippenkinder werden nun vorsorglich mit Antibiotika behandelt. Das Gesundheitsamt empfiehlt auf Wunsch allen 150 Kindern und 24 Erziehern in der Einrichtung, prophylaktisch Antibiotika einzunehmen.
Das 3-jährige Mädchen war zuletzt am Freitag in der Krippe, am Montag wurde es ins Krankenhaus eingeliefert. Dort erlag es dem schweren Verlauf der Erkrankung. Wie der Leiter der Kinderklinik, Prof. Reinhard Berner, auf unsere Anfrage sagte, war der erste Befund auf Menigokokken negativ. Allerdings war das Kind bereits mit Antibiotika behandelt worden, deswegen könnte ein konkreter Befund schwierig werden, hieß es.
Eltern sollten auf rote oder blaue Pünktchen auf der Haut achten
Wie Professor Reinhard Berner bei uns im Interview sagte, sei es am wichtigsten, dass Eltern ihr Kind genau beobachten. Treten rote oder blaue Blutpünktchen auf der Haut auf, sollte sofort der Kinderarzt kontaktiert werden. Ist das Kind bereits geschwächt, sollte der Notarzt gerufen werden.
Hirnhautentzündung durch Menigokokken tritt sehr selten auf, zwei Fälle wurden bis November 2018 in Dresden registriert, darunter ein Fall in einer Kita in Striesen. Im Jahr 2017 war es ein Fall.
Mitteilung des Gesundheitsamtes
In einer Dresdner Kindertageseinrichtung (Kita) gibt es derzeit den Verdacht auf Meningokokken-Meningitis. „Da wir eine Infektion durch das Meningokokken-Erkrankung nicht ausschließen können, haben wir uns entschlossen, vor Ort zu beraten und eine Antibiotikaprophylaxe anzubieten. Zwei Tage müssen die 37 Krippenkinder entweder Saft oder Dragees einnehmen“, erklärt Jens Heimann, Amtsarzt und Leiter des städtischen Gesundheitsamtes. Sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind heute, Mittwoch, 19. Juni 2019, vor Ort in der Kita, um zu beraten und Antibiotika zu verabreichen. Insbesondere den Krippenkindern wird eine Antibiotikaprophylaxe empfohlen. Angeboten wird sie auf Wunsch allen 150 Kindern und den 24 Erzieherinnen und Erziehern.
Das betroffene Kind besuchte noch am Freitag, 14. Juni, die Kita in Dresden-Cotta. Am Montag, 17. Juni, war eine stationäre Aufnahme erforderlich. Das 3-jährige Mädchen verstarb im Krankenhaus. Dienstag, 18. Juni, wurden die Eltern der Kita-Kinder beim Abholen der Kinder von einer Fachberaterin des Eigenbetriebes informiert. Es gab bereits am Dienstag, 18. Juni, mehrere Einzelgespräche und Beratungen. Die Familie des Kindes ist bereits am 18. Juni untersucht worden und hat die Antibiotikaprophylaxe erhalten.
Meningokokken sind Bakterien, die über direkten und engen Kontakt durch Tröpfcheninfektion beziehungsweise Speichelkontakte übertragen werden. Das bedeutet beispielsweise kuscheln, küssen oder auch sehr eng miteinander spielen. Nicht die Dauer, sondern die Intensität des Kontaktes ist ausschlaggebend. Meistens handelt es sich um Tröpfcheninfektion durch Bakterien des Nasen-Rachen-Raums. Allerdings muss die Entfernung dafür sehr kurz sein. Der Erreger kann aber auch durch Schmierinfektion übertragen werden. Außerhalb des Körpers sterben die Bakterien sehr schnell ab.
Erste Beschwerden zeigen sich zwei bis zehn Tage nach Ansteckung, in der Regel nach drei bis vier Tagen. Es beginnt sehr häufig mit Fieber, Gliederschmerzen und schwerem Krankheitsgefühl. In etwa zwei Dritteln der Fälle verlaufen Meningokokken-Erkrankungen als Hirnhautentzündungen. Für die Meningitis ist die Nackensteifigkeit charakteristisch. Ein Drittel ist durch eine Blutvergiftung (Sepsis) gekennzeichnet, die bei zehn bis 15 Prozent der Erkrankungen als eine besonders schwere Form des septischen Schocks auftreten kann.
Die Erkrankung tritt häufig bei Kindern unter fünf Jahren oder bei Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren auf, seltener im Erwachsenenalter. Ungefähr zehn Prozent der Normalbevölkerung sind Träger des Keims, ohne zu erkranken. Bei den Meningokokken gibt es verschiedene Bakterienstämme, wobei die häufigsten in Deutschland die Serogruppen B und C sind. Die Sächsische Impfkommission empfiehlt die Impfung ab dem 3. Lebensmonat bis zum vollendeten 18. Lebensjahr gegen die Meningokokken Typ B und C.
Informationen der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung.
Hinweise des Robert-Koch-Institutes zu Meningokokken.