2700 demonstrieren für Aufklärung von Flüchtlings-Mord
2700 Menschen haben am Samstagnachmittag in der Dresdner Innenstadt an die Ermordung des Flüchtlings Khaled Idris gedacht. Gleichzeitig forderten die Initiatoren eine lückenlose Aufklärung und kritisierten die Dresdner Polizei. Mehr als 2000 Menschen zogen friedlich vom Albertplatz, vorbei an der Schießgasse und Frauenkirche bis vor den Landtag. Die Polizei bezifferte den Demonstrationszug auf zwischenzeitlich bis zu 2700 Teilnehmer.Khaled Idris Bahray war am Dienstagmorgen vor seiner Wohnung in Leubnitz-Neuostra tot aufgefunden worden. Der 20-jährige Flüchtling war durch Messerstiche getötet worden, das wurde allerdings erst am Mittwoch von der Staatsanwaltschaft bestätigt. Zuvor hatte die Polizei nicht von einer Tötung gesprochen. Die Obduktion ergab dann, dass der Asylbewerber mit Messerstichen getötet worden war.Auf der Demonstration wurde die Tat als rassistisch motiviert bezeichnet, so seien auch Hakenkreuze an die Wohnungstür der Flüchtlinge aus Eritrea geschmiert worden. Die Polizei hat dagegen noch keine Hinweise auf Täter und Motiv. An der Demonstration beteiligten sich zahlreiche Flüchtlinge, linke Aktivisten, einige Stadträte und Landtagsabgeordnete, sowie der Ausländer- und Flüchtlingsrat.In der Innenstadt kam es zeitweise zu Verkehrseinschränkungen, auch die DVB mussten Bahnen immer wieder kurz umleiten. 180 Polizisten sicherten die Demonstration ab. Störungen oder Zwischenfälle gab es nach Angaben eines Sprechers aus dem Lagezentrum der Polizei nicht.