16 Reichsbürger mit Waffenschein in Dresden
Die Waffenbehörde der Stadt Dresden überprüft nach dem Fund eines Waffenarsenals in Briesnitz nun einen 64-jährigen Mann. Das Amt prüft, ob der Waffenschein des Mannes eingezogen und ein Bußgeld verhängt werden muss. Bei dem 64-jährigen hatten Polizisten am Freitag 50 griffbereite, teils scharfe und geladene Waffen entdeckt. Der Mann selbst widersetze sich, argumentierte dabei mit Sprüchen aus der Reichsbürger-Szene. Laut Waffengesetzes (§ 45) sind waffenrechtliche Erlaubnisse zu widerrufen, wenn nachträglich Tatsachen bekannt werden, die zur Versagung dieser Erlaubnis hätten führen müssen, teilte die Stadt auf Anfrage mit."Der derzeit bekannte Sachverhalt deutet darauf hin, dass solche Tatsachen vorliegen. Um das zu überprüfen, hat die Waffenbehörde das gesetzlich vorgeschriebene Verwaltungsverfahren eingeleitet. Wie lange das Verfahren dauern wird, kann noch nicht abgeschätzt werden."16 Reichsbürger mit Waffenschein in DresdenWie Stadtverwaltung auf unsere Anfrage mitteilte, haben die untere Waffenbehörde und das Landesamt für Verfassungsschutz derzeit 16 Personen mit Waffenschein registriert, die der Reichsbürger-Szene zugeordnet werden können oder mit der Szene sympathisieren. Alle wurden oder werden aktuell überprüft - in drei Fällen wurden die Waffenscheine bei Reichsbürgern einkassiert, teilte Stadtsprecher Kai Schulz auf unsere Anfrage mit: "Aufgrund reichsbürgertypischer Verhaltensweisen oder Äußerungen sind in Dresden in den Jahren 2016 und 2017 bisher drei waffenrechtliche Erlaubnisse bestandkräftig entzogen worden."So läuft die Überprüfung abVon den derzeit 16 bekannten Personen wurden alle "in Form der regelmäßigen Überprüfung der waffenrechtlichen Zuverlässigkeit (Anfrage bei Bundeszentralregister, staatsanwaltschaftliches Verfahrensregister und örtliche Polizeidienststelle) sowie zusätzlich durch eine verdachtsabhängige Anfrage beim Landesamt für Verfassungsschutz Sachsen überprüft." Allerdings hieß es dazu auch von der Stadt: "In einigen Fällen ist die Überprüfung noch nicht abgeschlossen." Abschließend hieß es: "Sollten weitere Personen, die im Verdacht der Zugehörigkeit zur Reichsbürgerszene stehen, hinzukommen, wird unverzüglich eine Überprüfung und dann ggf. ein Verfahen zum Entzug der waffenrechtlichen Erlaubnisse eingeleitet."Sachsenweit über 700 ReichsbürgerWie viele Personen insgesamt in Dresden der Reichsbürgerszene zugeordnet werden können, könne man nicht sagen, hieß es vom Dresdner Ordnungsamt. Sachsenweit rechnete das Landesamt für Verfassunsschutz dem Spektrum der "Reichsbürger und Selbstverwalter" mit Stand vom 30. Juni 2017 insgesamt 718 Personen zu.