++ EIL ++

1.200 Erzieher in Dresden im Streik

Zuletzt aktualisiert:

Die Warnstreiks von GEW und Verdi haben am Freitag für deutliche Auswirkungen auf die städtischen Kindertageseinrichtungen und Horte gesorgt. Nach Angaben aus dem Dresdner Rathaus beteiligten sich rund 1.200 pädagogische Fachkräfte an dem Ausstand. Etwa 1500 Menschen zogen am Vormittag vom Schützenplatz vor das Dresdner Rathaus, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

52 Kitas und Horte blieben zu

Wegen des Warnstreiks im öffentlichen Dienst mussten am Freitag insgesamt 52 von 181 städtischen Kitas und Horten in Dresden geschlossen bleiben. Neun Kindertageseinrichtungen hatten bereits langfristig einen Schließtag angekündigt und wurden deshalb hier nicht eingerechnet, teilte die Pressestelle der Stadtverwaltung mit. Weitere 91 Kindertageseinrichtungen konnten ihren Betrieb nur mit Einschränkungen aufrechterhalten. Wegen des streikenden Personals mussten sie ihre Öffnungszeiten reduzieren bzw. konnten nur eine Notbetreuung für wenige Kinder absichern.

16.000 Kinder betroffen

Die Betriebsleiterin des Eigenbetriebes Kindertageseinrichtungen, Sabine Bibas, schätzt, dass heute etwa 1.200 Erzieherinnen und Erzieher aus städtischen Kindertageseinrichtungen und Horten dem Aufruf zum Warnstreik gefolgt sind. Das entspricht in etwa einem Drittel der Belegschaft.  Schätzungsweise 16.000 Kinder waren nach ersten Hochrechnungen vom Warnstreik betroffen. Genauere Zahlen könnte man erst in zwei bis drei Wochen vorlegen.

Aus Sicht der Betriebsleiterin Sabine Bibas habe es die frühzeitige Kommunikation den Eltern erleichtert, sich auf den Warnstreik einzustellen. Insbesondere die im Internet bereitgestellten Informationen nutzten die Eltern demnach sehr rege: Mehr als 19.900 Zugriffe auf die Info-Seite der Stadt wurden bis Freitag 12 Uhr gezählt. An der Service-Hotline des Eigenbetriebes gingen im Laufe des Vormittags 113 Anfragen von Eltern ein. Viele Eltern haben scheinbar eine alternative Betreuung für ihre Kinder organisieren können, hieß es.

"Das hat vor allem diejenigen Eltern geholfen, die heute dringend auf eine Betreuung ihrer Kinder angewiesen waren. Ich danke den Dresdner Eltern für ihre Solidarität", sagte Sabine Bibas. "Die Eltern benötigen Sicherheit bei der Betreuung ihrer Kinder. Ich hoffe deshalb sehr, dass sich die Tarifparteien auf eine Lösung verständigen können.„

Alle Eltern, die ihre Kinder heute streikbedingt nicht in die Einrichtung gebracht haben, erhalten automatisch eine anteilige Rückerstattung des Elternbeitrages. Eines gesonderten Antrages bedarf es nicht. Die Rückerstattung beträgt ein Zwanzigstel (1/20) des monatlichen Elternbeitrages. Sie wird voraussichtlich mit der Beitragszahlung für den Monat Juli verrechnet. Alle betroffenen Eltern erhalten über die Rückerstattung und Verrechnung einen gesonderten Bescheid, hieß es.

Der Landeshauptstadt Dresden liegen keine Informationen zu weiteren Arbeitskampfmaßnahmen im Rahmen der aktuellen Tarifrunde im öffentlichen Dienst vor.

Ab Montag zweite Verhandlungsrunde

Ab Montag sollen die Tarifverhandlungen in Potsdam in die zweite und entscheidende Runde gehen. Auch der Dresdner Finanzbürgermeister Peter Lames beteiligt sich an den Gesprächen. Er hatte ausgerechnet, dass das von Verdi geforderte Lohnplus von sechs Prozent, die Stadt Dresden etwa 25 Millionen Euro kosten würde.