• In Kleinzschachwitz wird vor Giftködern gewarnt. Auf Hinweise zum Täter wurden 1000 Euro ausgelobt. (Foto: T. Plunert)

    In Kleinzschachwitz wird vor Giftködern gewarnt. Auf Hinweise zum Täter wurden 1000 Euro ausgelobt. (Foto: T. Plunert)

1000 Euro Belohnung für Hinweise zu Giftködern am Elbufer

Zuletzt aktualisiert:

UPDATE 20. März: Wie die Polizei jetzt mitteilte, waren die Köder an der Elbe nicht mit Gift versetzt:

Die verdächtigen Hundeköder, die vergangenen Samstag auf den Dresdner Elbwiesen gefunden worden waren, weisen kein Giftstoffe auf (siehe Medieninformation Nr. 154 vom 17.03.2019 und Nr. 157 vom 18.03.2019).

Anfang der Woche untersuchten Sachverständige des Landeskriminalamtes Sachsen die Köder. Im Ergebnis bleibt festzuhalten, dass in ihnen keine giftigen Inhaltsstoffe enthalten waren.

Abschließende Untersuchungen ergaben, dass es sich um Überreste stark verwitterter Feuerwerkskörper handelte.


Seit dem Wochenende sucht die Polizei nach einem Tierquäler, der am Elbufer Giftköder für Hunde ausgelegt haben soll. Vier Tiere sollen sich vergiftet haben, in einem Fall ging bei der Polizei eine Anzeige ein (wir haben berichtet). Etwa 20 Wurststückchen, die offenbar mit Rattengift präpariert worden sind, wurden am Wochenende in Kleinzschachwitz am Elbufer eingesammelt.

Nun hat die Tierschutzorganisation PETA eingeschaltet: 1.000 Euro Belohnung werden gezahlt, für den entscheidenten Hinweis. Man wolle den Unbekannten so stoppen, bevor mehr Hunde verletzt oder getötet werden, hieß es in einer Mitteilung.

Nach unseren Informationen haben sich inzwischen weitere Hundehalter bei der Polizei gemeldet. Die Ermittler haben die mutmaßlichen Hundeköder an das Landeskriminalamt übergeben. Experten untersuchen die Wurtstückchen nun auf mögliches Gift.

Wer Hinweise zu den Tierquälern hat: whistleblower@peta.de

Hinweise können außerdem jederzeit bei der Dresdner Polizei gegeben werden.


Die vollständige Mitteilung von PETA:

Tierquäler gesucht: Medienberichten zufolge stellten Polizeibeamte am Samstagnachmittag auf den Elbwiesen in Dresden mehrere wurstähnliche Köder sicher. Diese hatte ein Passant zuvor entdeckt und der Behörde gemeldet. Die Funde werden jetzt im Labor analysiert. Laut einer Tierärztin sowie eines Hundevereins erkrankten in den vergangenen Tagen insgesamt vier Hunde schwer, nachdem sie an den Elbwiesen bei Kleinzschachwitz ausgeführt worden waren. Die Tiere zeigten Vergiftungssymptome. Wahrscheinlich hatten sie Rattengift zu sich genommen. Die Dresdner Kriminalpolizei ermittelt. 
 
PETA setzt Belohnung aus 
Um die Suche nach dem Tierquäler zu unterstützen, setzt PETA nun eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro für Hinweise, die zu seiner Verurteilung führen, aus. Zeugen werden gebeten, sich an die Polizei zu wenden und können sich telefonisch unter 01520-7373341 oder per E-Mail bei der Tierschutzorganisation melden – auch anonym. 
 
„Der Unbekannte, der die Giftköder auf den Elbwiesen ausgelegt hat, muss sofort gestoppt werden, bevor weitere Vierbeiner verletzt oder sogar getötet werden“, so Judith Pein im Namen von PETA. „Derartige Täter zu überführen ist oft schwierig, da sie agieren, wenn sie sich unbeobachtet fühlen. Deshalb kann es in solchen Fällen auf den noch so unwichtig erscheinenden Hinweis ankommen. Mit unserer Belohnungsauslobung wollen wir die Arbeit der Polizei unterstützen sowie Hundehalter für das Thema sensibilisieren und warnen. Weitere mögliche Geschädigte sollten unbedingt Anzeige bei der Polizei erstatten. Der Täter muss sich darüber im Klaren sein, dass mit gefährlichen Stoffen präparierte Köder nicht nur für Hunde, Katzen und freilebende Tiere, sondern auch für Kinder lebensbedrohlich sein können.“
 
Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach § 17 des Tierschutzgesetzes und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden. 
 
Zusammenhang zwischen Gewalttaten an Menschen und Tieren
Psychologen, Gesetzgeber und Gerichte sind sich mittlerweile einig, dass Vergehen an Tieren vermehrt Aufmerksamkeit verlangen. Aggressionsforscher Dr. Christoph Paulus von der Universität des Saarlandes dazu: „Geschätzte 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäter haben vorher bereits Tiere gequält.“ [1] Über den Zusammenhang von Tierquälerei und Gewalttaten klärt PETA in der Broschüre „Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei“ auf, die als Informationsquelle für Staatsanwälte, Richter, Polizeibeamte und Sozialarbeiter dient.
 
Tipps für Erste-Hilfe-Maßnahmen
Besteht der Verdacht, dass ein Tier einen mit Gift oder gefährlichen Gegenständen gespickten Köder gegessen hat, muss umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden. Es besteht Lebensgefahr – das Tier kann an inneren Verletzungen qualvoll sterben. Bei Vergiftungserscheinungen wie Erbrechen, Durchfall, starker Unruhe oder Apathie, blassen oder porzellanfarbenen Veränderungen an den Schleimhäuten, großen Pupillen, Atembeschwerden oder Krämpfen muss ebenfalls umgehend der Tierarzt aufgesucht werden – denn Gift wirkt schnell. Der Hund sollte beruhigt und angeleint werden. Ein Maulkorb oder eine Maulschlinge darf nicht angelegt werden, da Erstickungsgefahr bei Erbrechen droht. Ist das Tier bereits bewusstlos, sollte es in die stabile Seitenlage gebracht und die Atemwege freigehalten werden. Für eine schnelle Diagnose ist es sinnvoll, eine Probe des Köders oder des Erbrochenen mit zum Tierarzt zu nehmen.
 
Die Tierschutzorganisation setzt regelmäßig Belohnungen in Fällen von misshandelten oder ausgesetzten Tieren aus, um bei der Ermittlung der Täter zu helfen.