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Grundbruch unter Carolabrücke! Pontons finden keinen Halt

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Während in Bad Schandau die Brücke diese Woche öffnet,bekommt Dresden seine Elbquerung scheinbar nicht aus dem Wasser! 

Nachdem die Pontons, die extra aus Tschechien angeliefert wurden, ja schon vor zwei Wochen unter der einsturzgefährdeten Brücke installiert werden sollten, sind sie jetzt ganz aus dem Rennen. Untersuchungen des Flussbettes haben ergeben, dass es 2,50 Meter unter der Elbe einen sogenannten „Grundbruch“ gibt. Dabei bricht seitlich der Boden wegen zu hoher Belastung weg.

Tiefbauamtsleiterin Simone Prüfer erklärt: „Das Hubponton sollte Sicherheit geben beim Arbeiten. Wir kriegen es aber nicht standfest, weil man diesen Grundbruch festgestellt hat. Da ist nicht mal der Kolk (eine Art 3 m tiefes Schlagloch auf dem Elbgrund) das Problem ist, den können wir schön verfüllen, auf dem könnte der Fuß stehen bleiben, aber die anderen Füße des Pontons wären wacklig. Sie würden wegbrechen und bietet keine Sicherheit. Die Gefahr ist viel zu groß, dass es danach in der Elbe liegt.“

Die ursprünglich geplanten Hubpontons werden zurück nach Tschechien transportiert.

Nun wird erneut umgeplant

Der Kragarm wird nun zwar auch abgestützt, allerdings von einer weiter aufgeschütteten Baustraße aus. Um die Sicherheit zu gewährleisten, werden alle Arbeiten unter der Brücke und damit auch der Aufbau der Stützkonstruktion dauerhaft live durch das Schallemissionsmonitoring überwacht. Bei weiteren Spanndrahtbrüchen wird die Baustelle sofort geräumt. Für den neuen Abrissplan braucht es erneute Genehmigungen vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) Elbe. Die Ausspülung auf dem Flussbett wird weiter verfüllt.  Dafür bringt ein Spezialschiff täglich Wasserbausteine zur Einsatzstelle und kippt sie die Elbe, um so die Vertiefung aufzufüllen. Der weitere Aufbau mit den Steinquadern dient dann der Aufschüttung über dem Wasserspiegel,auf der die neue Hilfsstütze vorm Pfeiler D errichtet werden soll. 

Parallel laufen Vorbereitungen für das weiterhin geplante Ausschwimmen der Einhängeträger der noch stehenden Brückenteile. Dazu laufen Abstimmungen mit mehreren Anbietern der für das Ausfahren erforderlichen Spezialtechnik. Auch hier wird der Baugrund vorher nochmal bewertet sowie die Fließgeschwindigkeiten in der Elbe bei verschiedenen Wasserständen berechnet. „Derzeit haben wir zwei Wochen Verzug, hoffen aber immer noch, die Brückenteile im Juni auszuschwimmen“, so Prüfer weiter.

Audio:

Tiefbauamtsleiterin Simone Prüfer erklärt, warum die Ponton-Lösung nicht mehr funktioniert