Hunderte Teilnehmer bei Brücken-Demo in Bad Schandau
Drei Monate ist die Bad Schandauer Elbbrücke nun schon wegen Einsturzgefahr gesperrt. Zwar verkündete Sachsens neue Infrastrukturministerin Regina Kraushaar am Freitag einen konkreteren Zeitplan für die Behelfsbrücke (nicht vor Frühjahr 2026) und ein mögliches Öffnungsszenario im Mai diesen Jahres.
Aber die Ungewissheit trieb Anwohner, Unternehmer, Pendler und Stadträte am Sonntag auf die Straße. Die Bad Schandauer Stadratsfraktion „Bürgerinitiative Naturpark“ (BIN) hatte zur Brücken-Demo auf der rechten Seite aufgerufen. Dem Aufruf folgten nach Informationen unseres Reporters mehrere hunderte Teilnehmer. Stadtrat Rolf Böhm erklärte: „Wir wollen nicht gegen die Verwaltung von Landratsamt oder Wirtschaftsministerium protestieren. Aber wir wissen nicht, wie es weiter geht - außer einer vagen Aussage, dass in sechs oder auch 24 Monaten eine Ersatzbrücke kommt. Auch die Aussage, es sei kein Geld da, hat uns besorgt.“
Deswegen formiert sich gleich doppelt Widerstand. Auf der Krippener Elbseite haben sich ebenfalls Händler, Angestellte und Unternehmer zusammengefunden, die Transparenz und Klarheit in der Kommunikation mit den Betroffenen fordern. Ihr Name ist Programm: BRÜCKE(N) BAUEN IN BAD SCHANDAU. Unter diesem Absender bekamen am Donnerstag die Bürgermeister der Region, Landrat Michael Geisler (CDU), Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sowie an Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und Bundesverkehrsminister Volker Wissing (Ex-FDP) Post.
In dem offenen Brief steht u.a.: „Die Menschen in der Region befinden sich seit drei Monaten in einem absoluten Ausnahmezustand.“ Freundschaften, soziale Kontakte, Vereinsleben und kultureller Austausch blieben durch die Trennung der beiden Elbseite auf der Strecke. „Das soziale Gefüge ist überaus belastet, es droht zu zerbrechen.“ Es gäbe bereits einige, die überlegen, ganz aus der Region wegzuziehen bzw. sich eine andere Arbeitsstätte zu suchen, die keine Elbquerung beinhaltet. „Wir Bürger der Region erwarten von allen an den Prozessen Beteiligten mindestens genauso viel Pragmatismus, schnelle, unbürokratische, unkonventionelle und tragfähige Entscheidungen wie es von den hier lebenden Menschen seit drei Monaten erwartet wird.“
Sie fordern einen Krisenstab und regelmäßige Info-Veranstaltungen für Anwohner. Beide Bürgerinitiativen fordern weiterhin, so schnell wie möglich eine Behelfsbrücke zu bauen. Heißt: Noch 2025!
Hier können Sie den offenen Brief nachlesen.