Weiße Flotte darf bald unter Carolabrücke durch
Ab 3. Februar dürfen wieder Schiffe unter der Dresdner Carolabrücke kreuzen. Das ist das Ergebnis eines Arbeitstreffens zwischen Sachsen und Tschechien, dem Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA), Brücken-Experte Prof. Steffen Marx, der Weißen Flotte sowie der Stadt Dresden. Moderiert wurde die Sitzung mit 30 Teilnehmern auf dem Salonschiff „Gräfin Cosel“ von Ex-Ministerpräsident Stanislaw Tillich.
Zuerst wird fünf Firmen mit dringenden Fahrten, darunter die Weiße Flotte, die überwachte Durchfahrt gestattet. Dazu werden die Schiffe unter Aufsicht des Brücken-Gutachters und unter Beobachtung der Messungen an der Brücke unter dem Bauwerk hindurch geleitet.
Ab 18. Februar soll der Schiffsverkehr dann regelmäßiger werden. Immer wochentags dürfen dann Schiffe vormittags und nachmittags jeweils elbabwärts und elbaufwärts die Brücke queren, so die Stadtverwaltung.
Die war durch Ordnungsbürgermeister Jan Pratzka - anstelle des erkrankten Baubürgermeisters Stephan Kühn - vertreten. Ebenso an Bord der „Gräfin Cosel“ war für das Arbeitstreffen Simone Prüfer, Chefin des Straßen- und Tiefbauamtes. OB Dirk Hilbert war ebenfalls geladen, sagte aber „wegen eines wichtigen Termins“ ab, so die Veranstalter, was nicht überall auf Verständnis stieß.
Gut vier Monate nach dem Einsturz der Dresdner Brücke gibt es einen kleinen Hoffnungsschimmer für die gewerbliche Schifffahrt. „Wir können erstmal aufatmen“, sagte Stefan Bloch, Geschäftsführer der Weiße Flotte Sachsen. Aber nur insofern, als dass seine vier Schiffe bald in die Werft nach Laubegast können. „Für Personenverkehr ist die Elbe noch nicht wieder frei gegeben. Dazu gibt es im April einen weiteren Termin. Das sind die städtischen Mühlen. So könnte man nicht in der Privatwirtschaft arbeiten“, so Bloch.
2,2 Millionen Euro Umsatzverlust hat die Weiße Flotte bereits 2024 durch den Einsturz der Carolabrücke zu beklagen. Das Unternehmen will das „Durchfahrtfenster“ zur Saisonvorbereitung nutzen. Nachdem die Schiffe aus der Werft zurück kommen, sollen die großen Salonschiffe elbaufwärts und die historischen Raddampfer flussabwärts der Carolabrücke festmachen.
Aktuell wird dort noch ausgebaggert. Ein seit einer Woche vermisstes, tonnenschweres Brückengelenk ist nach Auskunft der Stadtverwaltung kein Hindernis im Flussbett. Es wurde auch bei einer zweiten Peilung am Dienstag nicht gefunden. Wenn es im Randbereich liegt, erfasst es die genutzte Messtechnik nicht, erklärte Karsten Wild vom WSA. Diese sende nur senkrechte Signale nach unten, die die direkt darunter liegende Zone erfassen.
Laut Stadtverwaltung soll das Brückengelenk nun im Zuge der Abbrucharbeiten des zerstörten Brückenteils C von der Neustädter Seite oder bei Niedrigwasser gesucht werden.