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Wegen Bombenfunden: Baggerfahrer „streiken“

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Die Weltkriegsbomben in der Elbe - das hält nicht nur die Abrissarbeiten an der Dresdner Carolabrücke auf, sondern macht auch den Bauarbeitern vor Ort Angst!

Wie Simone Prüfer, Chefin des Straßen- und Tiefbauamtes der Stadt, jetzt im Bauausschuss informierte, finden sich keine Baggerfahrer mehr, die sich täglich der Gefahr aussetzen wollen, mit der Baggerschaufel in der trüben Elbe zu fischen. Immer in Angst, es landet wieder ein Blindgänger in der Schaufel.

„Die Arbeiten an der Baustraße auf Altstädter Seite wurden aufgrund der Bombenfunde von der Firma Centro eingestellt. Die Baggerfahrer möchten an der Stelle nicht mehr baggern. Die weitere Beräumung und Sondierung auf der Altstädter Seite wird daher separat beauftragt“, so das Straßen- und Tiefbauamt. Die Bauarbeiten auf der Neustädter Seite gehen weiter. „Vor dem 13. Februar 2025 wird zudem kein Versuch unternommen, Teile aus der Elbe zu holen. Der Gedenktag soll nicht durch Evakuierungen gestört werden“, so das Rathaus weiter. 

Beim ersten Bombenfund am 8. Januar wurde dem betreffenden Baggerfahrer im Anschluss eine Gefahrenzulage gezahlt. Ihm sei von der bauüberwachenden Firma auch psychologische Hilfe angeboten worden. „Doch er wollte nicht, ist stabil und sitzt schon wieder auf dem Bock“, so Ivar Pommerening vor drei Wochen. Das hat sich mit zwei weiteren Bombenfunden jetzt offenbar geändert. 

... jetzt geraten mit der Ausschreibung der Abrissarbeiten am Altstädter Ufer die Arbeiten weiter in Verzug. Zudem muss der Restabriss der Brücke eng mit den Arbeiten an einer Behelfsbrücke in Bad Schandau abgestimmt werden, damit der Schiffsverkehr nur einmal unterbrochen werden muss. Ab nächsten Montag sollen auf jeden Fall die ersten Frachtschiffe die Carolabrücke passieren dürfen.

Bis Ende März soll der Abbruch der beiden schrägen Brückenteile, die schon im Fluss liegen, geschafft sein. Insgesamt koste  der Komplettabriss der Carolabrücke bis zu 25 Millionen Euro, so die Stadt.