++ EIL ++
  • Kerzen und Blumen wurden auf dem Pflaster des Altmarktes zum Gedenken an die Bombenopfer des 13. Februar 1945 niedergelegt
  • OB Dirk Hilbert (li.) empfängt den Herzog von Kent auf dem Neumarkt. Eine Dolmetscherin (re.) begleitet ihn
  • Lea (li.) und Annalena von den Semper Berufsschulen trafen den Herzog von Kent am Donnerstag

Was hat das britische Königshaus mit dem Bomben-Gedenken zu tun?

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Heute vor 80 Jahren fielen die tausende Bomben auf Dresden, zerstörten die Altstadt nahezu komplett. Rund 25.000 Menschen starben. Zum diesjährigen Gedenktag kamen neben Zeitzeugen, internationalen Gästen aus Dresdens Partnerstädten und tausenden Dresdnern auch wieder Vertreter aus Großbritannien nach Dresden. 

Neben dem britischen Botschafter Andrew Jonathan Mitchell reiste auch Prinz Edward, Herzog von Kent, an. Der älteste, lebende Royal - ein Cousin von Queen Elizabeth II., besucht trotz seiner knapp 90 Lebensjahre bereits zum dritten Mal die Stadt. Auch heute gedenkt er der Toten und lebt die Versöhnung. Denn es waren 773 britische Bomber, die Dresden in Schutt und Asche legten und dann in Brand setzten, um die Stadt so kriegsunfähig machen wollten. Am 14. Februar bombardierten auch noch 311 amerikanische Flieger die Stadt - Dresden lag endgültig am Boden, die Frauenkirche war nur noch eine Ruine. 

Doch gerade dieses wichtige Symbol der Stadt halfen auch die Briten wieder mit aufzubauen. Spenden dafür kamen aus aller Welt. Auch der Dresden Trust sammelte einst über eine Millionen Euro für den Wiederaufbau ein, sogar die Queen spendete damals. Der Dresden Trust stiftete das vergoldete Kuppelkreuz auf der Frauenkirche. Auch die Sitzbänke am sogenannten Grünen Gewandhaus, einer Baumgruppe am Neumarkt, wurden mit 30.000 Euro von Großbritannien mitfinanziert. Genau dort traf sich am Donnerstag der Herzog von Kent mit Schülern des beruflichen Gymnasiums der Semper Schulen Dresden. Sie errichteten dort einen „Lernweg“, der für die junge Generation die Ereignisse der Geschichte darstellen soll.  „Wir haben uns anderthalb Monate im Unterricht mit dem Projekt beschäftigt. Es besteht aus mehreren Stationen in der Stadt und greift immer die geschichtlichen Ereignisse dort auf“, erklären die Abiturientinnen Lea und Annalena. Das Pilotprojekt ihrer Klasse soll nun auf Dresdner Schulen ausgeweitet werden.

Bei einer Festveranstaltung im Rathaus sprach der Herzog die Schüler sogar auf Deutsch an, erklärte vor Stadträten, Bürgermeistern und Ehrengästen: „Neben der Trauer, die wir in unseren Herzen verspüren, blicken wir auch zurück auf 30 Jahre Versöhnung und wachsender Freundschaft zwischen Großbritannien und den Menschen von Dresden. Als Schirmherr des Dresden Trust, liegt mir dies sehr am Herzen. Es ist mein fester Wunsch, die Wunden des Krieges zu heilen und den Frieden zu fördern. Es ist immer wieder eine Freude, in diese Stadt zurückzukehren, die nun wunderschön in ihrem historischen Glanz erstrahlt. Für die Freundschaft, die Sie mir und den Mitgliedern des Dresden Trust erwiesen haben, danke ich Ihnen von ganzem Herzen.“

Am Abend wird sich der Herzog mit OB Dirk Hilbert in die Menschenkette einreihen, die einen symbolischen schützenden Ring gegen rechte Kräfte um die Stadt legen soll. Und den Abend beschließt ein Gedenkkonzert der Dresdner Philharmonie mit Prinz Edward und weiteren Ehrengästen im Kulturpalast. Es erklingt das „War Requiem“ von Benjamin Britten unter Leitung des britischen Chefdirigenten Sir Donald Runnicles.

Audio:

Abiturientin Annalena erklärt das Konzept des "Lernwegs"