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So geht es mit der Carolabrücke weiter

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Sobald der Wasserstand der Elbe weiter zurückgeht, will die Stadt Dresden mit dem Abriss des beschädigten Teils der Carolabrücke auf Altstädter Seite beginnen. Darüber wurde am Freitag im Ratahaus informiert. Der Pegel muss dazu unter 4,50 Meter sinken.

Schwieriger wird es, das Mittelteil zu bergen, das in der Elbe liegt. Hier muss der Pegel auf etwa zwei Meter sinken, und das wird dauern. Die Arbeiten werden sich deshalb voraussichtlich bis ins nächste Jahr hinziehen. Denn ein solcher Pegel wird erfahrungsgemäß erst wieder im Frühsommer erreicht.

Solange bleibt auch das Terrassenufer gesperrt. Die Stadt denkt auch darüber nach, eine Behelfsbrücke zu errichten, um das Verkehrschaos zu lösen.

„Es gibt jetzt eine doppelte Gefährdungssituation“, sagte die Leiterin des Straßenbau- und Tiefbauamtes, Simone Prüfer. Der Zustand des teils eingestürzten sowie abgebauten Strangs C sei unverändert. Aktueller Stand der Elbe sind 5,46 Meter. „Wir stehen Gewehr bei Fuß“, sagte Prüfer.

Geplant ist, die auf Alt- und Neustädter Seite abgeknickten und schräg bis in den Fluss ragenden Trassenteile von den Pfeilern zu trennen. Das Kritischste sei der im Wasser liegende Abschnitt, er müsse vor Ort abgebrochen werden. „Wir haben keine Möglichkeit, die Teile herauszuheben, sie sind zu schwer für jegliche Technik“, sagte Prüfer. Es gebe auch keinen Angriffspunkt, weder die Rest-Brücke noch die Ufer kämen dafür infrage. Das Konzept sieht daher vor, auch das in der Elbe liegende Trümmerteil zu nutzen, damit die Bagger an die schräg von Pfeilern herabhängenden Schenkel kommen.

Audio:

Unsere Reporterin Chrissi Pesch hat mit Holger Kalbe, Abteilungsleiter vom Straßen- und Tiefbauamt gesprochen

Analyse zum Zustand der restlichen Brückenstränge läuft parallel

Parallel zu den Vorbereitungen laufen die Untersuchungen zur Einsturzursache. Auch die seit dem Unglück bisher entstandenen Kosten werden berechnet und die Stränge B und A weiter beobachtet. Dort gebe es Verformungen und Schäden, auch durch die Abbrucharbeiten, berichtete Prüfer.

Unklar ist weiterhin, ob sie zu erhalten sind. „Wenn ein Zug zu retten ist, wäre das A.“ Einer der drei Verkehrsstränge der Carolabrücke brach in der Nacht zum vergangenen Mittwoch aus noch unbekannten Gründen ein. In einem Wettlauf gegen die Zeit beseitigten Einsatzkräfte von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk (THW) mit Unterstützung der Bundeswehr und Spezialtechnik einsturzgefährdete Reste des zerstörten Brückenstrangs auf der Neustädter Seite. Rund 1.300 Tonnen Material seien heraus geschafft worden, sagte Holger Kalbe, Abteilungsleiter Brücken- und Ingenieurbauwerke, und sprach von einem Kraftakt. „Vom Gefühl her ist ein Drittel weg.“ (mit dpa)