++ EIL ++

Rathausturm öffnet nach 12 Jahren wieder: Wie viele hoch dürfen, was es kostet

Zuletzt aktualisiert:

Seit Anfang Juli ist der Dresdner Rathausturm für die Öffentlichkeit wieder zugänglich. Die Führungen auf den Dresdner Rathausturm sind so beliebt, dass sie ab sofort täglich vormittags und nachmittags angeboten werden. Der 70 Meter hohe Turm konnte wegen Brandschutzmängeln erst Anfang Juli nach zwölf Jahren wieder zur Begehung frei gegeben werden - allerdings immer nur in Fünfer-Gruppen. Die Tour, die 270 Treppenstufen in die Höhe führt, kostet 9 Euro und kann online oder telefonisch gebucht werden. 

Die Stadt und Feuerwehr hatten ein Konzept entwickelt, wie Besucher auch ohne den - nach  wie vor fehlenden zweiten Rettungsweg - wieder den 103 Meter hohen Turm besteigen können. Dazu wurden alle Brandlasten (Holz, alte Elektrokabel etc) aus dem Turm entfernt, im obersten Stockwerk eine Art Ruheraum mit Defilibrator und Getränken eingerichtet. 

Neue Vorschriften, neue Hürden

Denn „wenn man als Stadt solche hoch gelegenen Räume, wie im Rathausturm, nutzen will, braucht man einen zweiten, baulichen Rettungsweg. Das wäre ein zweites Treppenhaus oder ein sogenanntes Sicherheitstreppenhaus, also einen hermetisch abgedichteten Raum, in den man sich hinein flüchten kann, wenn es irgendwo brennt“, erklärt Katrin Tauber vom Hochbauamt der Stadt. 

Da es solche Vorschriften zur Eröffnung 1910 nicht gab, konnte der Turm ursprünglich mal über eine Wendeltreppe und später noch über nachgerüstete Fahrstühle erreicht werden. Doch damit war 2013 Schluss. Da die Bauaufsicht im Rathaus dann auch die Fahrstühle sperrte, passierte lange erstmal nichts. „Wir haben sehr lange überlegt, wie man das wieder zugänglich machen könnte, ohne den zweiten Rettungsweg. Denn das wäre ein Wahnsinnsaufwand, sehr kostspielig, technisch sehr anspruchsvoll und auch von den Prioritäten - wir sanieren ja auch noch viele andere Flächen im Rathaus - nicht umsetzbar“, so Tauber weiter. 

Aufstieg nur gegen Unterschrift 

Lösung: Kleinstgruppen von maximal fünf Personen plus Gästeführerin,die jeweils für eine halbe Stunde auf der Aussichtsplattform verweilen dürfen. Die Besuchszeiten sind ab 1. Juli jeweils freitags bis montags,15 Uhr, 16 Uhr und 17 Uhr. Oben angekommen nach 270 Treppenstufen, erwartet die Besucher ein Panoramablick über die ganze Stadt und bis zu den Tafelbergen der Sächsischen Schweiz. Zudem sind im 11. Obergeschoss, wo man auf die Aussichtsplattform hinaus tritt, historische Fotos von Dresden zu sehen. Da der Aufstieg nicht ganz mühelos ist, sollten nur entsprechend konditionierte Personen buchen. „Für Personen, die unter Höhen- und/oder Platzangst, Einschränkungen des Bewegungsapparates, Erkrankungen der Atemwege, Herz-Kreislauferkrankungen oder einer Sehbehinderung leiden, einen Herzschrittmacher tragen oder auf Gehhilfen angewiesen sind, ist der Aufstieg aufgrund des engen Treppenhauses nicht möglich“, so die Stadt. Eine entsprechende Erklärung müsse vorm Aufstieg auch unterschrieben werden.  

Der Turm ist vorerst bis Ende Oktober geöffnet, dann soll der Betrieb ausgewertet werden. Tickets gibts für 9 Euro (Erwachsene) ab sofort auf der Webseite der Stadt,  telefonisch unter 0351 50150234 und bei den Tourist-Informationen am Neumarkt (QF-Passage) und am Bahnhof erworben werden. Schüler, Studenten, Azubis oder auch Dresden-Pass-Inhaber zahlen nur sechs Euro.  Zum Vergleich: Vor der Turmschließung kostete ein Ticket (inkl. Fahrstuhlnutzung) 3 Euro, ermäßigt 1,70 Euro. 

Audio:

Katrin Tauber vom Hochbauamt zum Brandschutz im Turm
Touristiker Lars Knüpfer freut die Öffnung