Rangeleien und Festnahme bei Corona-Demo in Dresden
Am Montagabend sind erneut Kritiker der Corona-Politik in mehreren Orten Sachsens auf die Straße gegangen. In Dresden zogen etwa 500 Personen vom Schillerplatz aus durch Blasewitz.
Beim Versuch, den Aufzug zu stoppen, wurden nach Aussage der Polizei mehrere Beamte von den Protestierenden angegriffen. Beide Seiten setzen dabei auch Pfefferspray ein. Eine 53-jährige Frau wurde bei den Rangeleien verletzt, ein 42-jähriger Mann wurde nach einer Attacke auf Polizisten festgenommen.
Weitere Protestaktionen gab es unter anderem auf dem Dr.-Külz-Ring, auf der Österreicher Straße und am Ullersdorfer Platz.
Im Zusammenhang mit den Protestaktionen führte die Polizei eigenen Angaben zufolge Identitätsfeststellungen durch und leitete Ordnungswidrigkeitenanzeigen wegen Verstößen gegen die Sächsische Corona-Notfall-Verordnung ein.
Proteste auch im Dresdner Umland
In Pirna versammelten sich laut Polizei etwa 300 Menschen, um gegen die Corona-Maßnahmen zu protestieren. Später lief das Gros auf der B 172 in Richtung Heidenau. Dabei wurde auch Pyrotechnik gezündet. Polizisten versuchten den Aufzug zu stoppen. Dabei wurde eine Polizistin (27) von einem Teilnehmer geschlagen. Kurz darauf attackierte er einen weiteren Polizisten (31) und verletzte auch diesen. Der Tatverdächtige wurde vorläufig festgenommen. Gegen den 51-jährigen Deutschen wird wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte ermittelt.
In Freital versammelten sich am Montagabend nach Angaben der Polizei etwa 250 Menschen auf dem Neumarkt und liefen danach durch die Stadt. Polizeibeamte sprachen die Personen an und stoppten sie. Gleichzeitig stellten die Beamten die Personalien von 35 Teilnehmern fest.
Weitere Protestaktionen gab es am Abend in Bad Schandau (ca. 250 Personen), Bad Gottleuba (ca. 50 Personen), Dippoldiswalde (ca. 200 Personen), Heidenau (ca. 90 Personen), Kreischa (ca. 550 Personen), Neustadt in Sachsen (ca. 150 Personen), Possendorf (ca. 120 Personen) sowie in Sebnitz (ca. 170 Personen).
In Coswig versammelten sich am Abend etwa 400 Menschen, um gegen die Sächsische Corona-Notfall-Verordnung zu protestieren. Wenig später setzten sich die Teilnehmer in Bewegung. Polizeibeamte videografierten die Situation. Entsprechende Ermittlungsverfahren wegen Verstößen gegen die Sächsische Corona-Notfall-Verordnung werden folgen.
Weitere Protestaktionen stellten die Einsatzbeamten in Glaubitz (ca. 20 Personen), Großenhain (ca. 150 Personen), in Radebeul (ca. 400 Personen) sowie in Zabeltitz (ca. 15 Personen). Alle Angaben zu Teilnehmerzahlen beruhen auf Aussagen der Polizeidirektion Dresden.
Polizeibeamte in Bautzen mit Böllern angegriffen
In Bautzen wollten Einsatzkräfte nach Polizeiangaben einen Aufzug stoppen. Dabei seien sie „massiv“ mit Feuerwerkskörpern und Flaschen beworfen worden, schrieb die Polizei auf Twitter.
In Freiberg zogen mehrere Hundert Menschen in verschiedenen Gruppierungen durch die Stadt. Sie hätten sich selbst wieder zerstreut, sagte eine Polizeisprecherin. Strafanzeigen nahm die Polizei nach Angaben der Sprecherin nicht auf.
Im Leipziger Stadtteil Engelsdorf sei ein Aufzug mit 250 Personen gestoppt worden, sagte ein Sprecher der dortigen Polizei. Allein im Raum Leipzig und in Nordsachsen hatte es demnach rund 30 Aufrufe zu Corona-Protesten gegeben.
Wegen extrem hoher Infektionszahlen erlaubt die Corona-Verordnung in Sachsen derzeit nur ortsfeste Versammlungen mit maximal zehn Teilnehmern.
