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Darum bastelt sich das Steyer-Stadion eine Anzeige-Tafel

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Spanplatte, rote und schwarze Farbe, Pinsel. Fertig ist die Anzeigetafel fürs Heinz-Steyer-Stadion in Dresden!

Was wie ein Witz aussieht, ist peinlicher Ernst. Diese Tafel wurde im September im Stadion beim Spiel der Sachsenliga-Fußballer des Dresdner SC gegen Laubegast eingesetzt. Denn obwohl die legendäre Sportstätte am Ostra-Park gerade erst für 54 Millionen Euro saniert und neu eröffnet wurde, fehlt eine eigene Anzeigetafel!

Es gibt zwar ein 18 Meter langes und 62.000 Euro teures LED-Lichtband, das an die alte Anzeigetafel aus einst 9000 Glühbirnen erinnern soll, so die Stadtverwaltung Dresden. Doch das Problem: Die neue Leuchtschrift flimmert außen am Stadion, nützt für Spielstand-Anzeigen also nichts.

Deswegen verspricht Sportbürgermeister Jan Donhauser jetzt Nachbesserungen: „Es ist geplant, eine Anzeigetafel im Jahr 2025 zu erwerben“, erklärte er auf Nachfrage unseres Senders. Nach unseren Informationen soll die neue Tafel einen gut sechsstelligen Betrag kosten.

Fehler weist die Stadt aber von sich. Donhauser: „Es handelt sich weder um Verfehlungen noch um vergessene Leistungen. Der
Rahmen der Projekterweiterung, die Ost - und Westkurve mit insgesamt 10.343 Sitzplätzen neu zu errichten (Stadtratsbeschluss 2022, d.R.), machte Umplanungen wie u.a. der Flucht- und Rettungswege, Sanitäranlagen und Anzeigetafel notwendig. Die Planungen sind noch nicht vollständig abgeschlossen, weshalb zunächst mit mobilen Anlagen gearbeitet werden muss.“

Denn es fehlt auch an Toiletten, ausreichend Gastro-Ausgaben, starkem WLAN und voller Auslastung. Wie konnte das passieren? Grund sind die immer wieder geänderten Umbau-Pläne fürs Stadion. Ursprünglich war unter dem alten Sportbürgermeister Winfried Lehmann mal ein schrittweiser Stadionumbau mit 5000 Plätze und 12 Mio. Euro Gesamtkosten geplant. Ursprünglich sollten auch die Kurven als Tribünen nicht genutzt werden, stattdessen mobile Elemente die Kapazität erhöhen. Geworden ist es nun ein Gesamtumbau mit umlaufender Tribüne und 10.343 Plätzen. 

Aber die Planungen für Toiletten und Catering scheinbar nie aktualisiert worden zu sein. Das gibt Sportbürgermeister Donhauser auch zu: „Die Anzahl der festen Toiletten bemisst sich an der ursprünglich geplanten Stadiongröße (von 5000 Plätze, d.R.)“. Wenn die Monarchs also vor ausverkaufter Kulisse spielen, muss die Stadt „75 Toiletten und 36 Urinale mobil bereit stellen.“  Zudem müssen, je nach Zuschauerzahl, mobile Imbiss-Stände aufgebaut werden. Donhauser: „Mobile Catering-Angebote sind Bestandteil des Betreibungs- und Veranstaltungskonzeptes.“ Das habe man beim Ausbau der Tribünen-Kurven extra mit zusätzlichen Ver- und Entsorgungsleitungen mit geplant. 

Doch auch beim WLAN muss nachgebessert werden. „Durch Anforderungen der Veranstalter kommender Sportgroßveranstaltungen (z.B. die Finals 2025) haben sich WLAN-Erweiterungen ergeben“, so die Stadt.

Und noch ein Wermutstropfen im Schmuckstück Steyer-Stadion: Für Konzerte und ähnlich laute Veranstaltungen dürfte es abends maximal fünfmal im Jahr genutzt werden. Denn nur so oft darf der „nächtliche Immissionsschutzwert nach 20 Uhr überschritten werden“, so die Stadt. Bei der Anzahl der Veranstaltungen an sich gäbe keine Obergrenze - aber bitte leise.