Mehr Geld für Brücken, weniger für Straßen - das sind die Projekte 2025
Experten haben es schon lange gefordert, jetzt setzt es die Stadt um: Dresden investiert viel mehr Geld in den Erhalt seiner Brücken, muss dafür aber bei der Instandsetzung der Straßen Abstriche machen. Für Investitionen in die Brücken stehen 38,3 Millionen Euro in diesem Jahr zur Verfügung (+19 Mio. Euro zum Vorjahr), für Straßenbauprojekte sind es 9,6 Millionen Euro (- 14 Mio. Euro zu 2024), so Baubürgermeister Stephan Kühn. Weitere 11,2 Millionen gehen nochmal in die Pflege von Straßen und Brücken. Insgesamt stehen dem Straßen- und Tiefbauamt Dresden in diesem Jahr fast 60 Millionen Euro zur Verfügung.
Die im vergangenen September teilweise eingestürzte Carolabrücke ist dabei noch nicht berücksichtigt. Eine Entscheidung über das weitere Vorgehen beim Ersatzneubau steht noch aus.
Sanierung des Blauen Wunders wird fortgesetzt
Nach zweijähriger Unterbrechung wegen eines Rechtsstreits mit einem Bauunternehmen geht es ab Mai mit der Sanierung der berühmten Elbbrücke Blaues Wunder weiter. Dafür ist die Hälfte des Brücken-Budgets, also 19 Millionen Euro, eingeplant. Die Arbeiten beginnen zunächst auf Loschwitzer Seite, im kommenden Jahr wird parallel auf Blasewitzer Seite saniert. Der Verkehr kann währenddessen über zwei Fahrstreifen fließen. Die Arbeiten sollen bis Dezember 2029 andauern.
Für Nossener Brücke fehlt Förderzusage
Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Großprojekt Campuslinie im Dresdner Süden, das auch den Ersatz der stark vorgeschädigten Nossener Brücke umfasst. Die Stadt hat rund 80 Millionen Euro Fördergelder beim Freistaat beantragt, aber noch keine Zusage. „Diese brauchen wir dringend bis Juni, die Eigenmittel sind in Dresdens Haushalt eingestellt“, so Kühn. Problem: Die Sachsen-Franken-Magistrale, für die es gerade grünes Licht gab, führt zukünftig ebenfalls unter der Nossener Brücke durch. Sie soll ab 2029 gebaut werden „und dann kommen wir nicht mehr auf die Gleise bzw. unter die Brüce“, so Kühn. Die Stadtverwaltung habe bereits Streckensperrungen bei der Deutschen Bahn beantragt - dies muss drei Jahre im Voraus passieren. Steht die Finanzierung nicht, kann der Neubau der Nossener Brücke nächstes Jahr nicht beginnen und würde sich um Jahre verzögern, so der Baubürgermeister.
Start für mehrere neue Projekte
Ab Dezember bis voraussichtlich März 2029 wird die Eisenbahnbrücke an der Hamburger Straße ersetzt sowie die Straße selbst und die Gleise saniert. Einige hundert Meter weiter werden auf der Lübecker Straße ebenfalls Arbeiten an Gleisen, Fahrbahn sowie zum Teil Gehwegen und Haltestellen ausgeführt. Zudem werden in Vorbereitung auf die Sanierung der Königsbrücker Straße Süd mehrere spätere Umleitungsstrecken saniert.
Einige Großprojekte werden in diesem Jahr abgeschlossen. Noch im April endet die seit vier Jahren andauernde Hangsicherung der Staffelsteinstraße. Bei der Bautzener Straße und der neuen Prießnitzbrücke soll es im Sommer so weit sein. Die Beseitigung der Hochwasserschäden von 2013 in der Wehlener Straße/Alttolkewitzer Straße/Österreicher Straße wird Ende des Jahres vollendet (Gesamtkosten: 46,6 Millionen Euro). Auch bei den Arbeiten an der Hohendölzschener Straße, der Lockwitztalstraße, der Mordgrundbrücke und der Stauffenbergallee ist ein Ende im Laufe dieses Jahres geplant.