- Die Gläserne Manufaktur öffnet wieder, der Auto-Turm ist (noch) fast leer
- Aus dem Restaurant "e Vitrum" von Mario Pattis wird das "Speisewerk"
- Jana Heinrich verantwortet das Marketing der Gläsernen Manufaktur
Manufaktur öffnet wieder: Mehr Event, weniger Auto
Die Winter-Schließung im Januar in der Gläsernen Manufaktur ist eigentlich schon Routine. Doch diesmal warten alle gespannt auf die Wiedereröffnung. Denn Mitte Dezember lief der letzte ID.3 vom Band, die Fahrzeugproduktion in Dresden wurde von VW eingestellt. Doch 230 Mitarbeiter bleiben - dank einer Job-Garantie bei Volkswagen bis 2030.
Das imposante, 24 Jahre alte Glasgebäude am Großen Garten muss sich neu erfinden. Zwar wird es Fahrzeugauslieferungen weiter in Dresden geben. Dennoch gilt: Weniger Auto, mehr Event! 100 Veranstaltungen sind dieses Jahr geplant, rund 100.000 Besucher sollen damit sowie den Besucherführungen wieder in die Manufaktur gelockt werden.
Los gehts diese Woche mit einem Marketing-Kongress für 200 Teilnehmer im Atrium der Manufaktur. Auch neue Elektro-Modelle wird Volkswagen übers Jahr immer wieder präsentieren.
Wenige montieren weiter
Doch die 30 Mitarbeiter, die jetzt weiter an ihrer stillgelegten Fertigungslinie arbeiten und dort für Besucher Gummi fixieren, eine Kofferraumklappe ein- und wieder ausbauen oder auch den Roboter-Arm bedienen, der den Fahrzeug-Himmel selbstständig ins Auto hebt, sehen ihre neue Aufgabe mit gemischten Gefühlen:
„Ein bisschen komisch ist es schon, dass am Ende das Auto nicht mehr auf die Straße kommt. Aber wir können alle am Standort bleiben und werden nicht quer durch die Republik geschickt. Da geht die Familie vor, das ist wichtiger“, sagt Robert Rötz. Andere Mitarbeiter äußern sich ähnlich.
Millionen vom Freistaat
Ministerpräsident Michael Kretschmer kämpfte in Wolfsburg für den Standort Sachsen. Heraus kam ein 50-Millionen-Euro-Hilfspaket. Die TU bekommt die Miete in der Manufaktur vom Freistaat gesponsert, VW beteiligt sich an der Finanzierung von mehreren Stiftungs-Professuren von Spitzenforschern, die dann mit VW z.B. an Robotik oder auch autonomem Fahren forschen sollen.
Dafür will die TU Dresden einen Innovationscampus in der Manufaktur gründen, perspektivisch bis zur Hälfte der ehemaligen Produktionsfläche belegen. Doch im Moment sitzt man noch über den Verträgen, beim Besuch vor Ort ist davon noch nichts zu sehen.
„Wir haben den alten Produktionsbereich verdichtet, um Flächen für unsere neuen Partner frei zu räumen, die in den nächsten Wochen und Monaten einziehen sollen“, so Jana Heinrich, Marketing-Chefin für die Manufaktur. Wenn das Konzept aufgeht, sollen Besucher irgendwann auch mal an Testfahrten autonomer Audis oder VW im Großen Garten teilhaben können.


