- Elf dieser neuen MAN-Gelenkbusse schaffte sich der RVSOE an
- RVSOE-Chef Uwe Thiele (li.) lädt Landrat Michael Geisler in einen der neuen Biodiesel-Busse ein
- In den neuen Bussen kann auch mit EC-Karte bezahlt werden. Bis zum Frühjahr sollen alle 260 Busse nachgerüstet sein
- In den Betriebshöfen in Pirna und Freital können die Busse Biodiesel nachtanken
Kraftstoff aus der Fritteuse: Pirna und Freital fahren auf Pommes ab
An der Bustür prankt der schwarz-weiße Sticker: Getränke, Eis, Pommes und ähnliches sind im Bus verboten. Doch elf nagelneue MAN-Busse fahren jetzt mit Frittenfett durch Pirna und Freital.
„Das besondere an den Bussen ist, dass sie mit dem synthetischen Kraftstoff HVO 100 betrieben werden. Das ist zum Beispiel aus einer Frittenbude das Frittenfett und das wird synthetisch aufbereitet. Und dadurch kommt es zu einer 90-prozentigen CO2-Einsparung“, so RVSOE-Chef Uwe Thiele.
Wer hinter so einem Bus fährt, kommt aber keinen Appetit (mehr) auf Pommes. „Das war früher beim Biodiesel der Bauern so, weil der mehr oder weniger nur gefiltert und verbrannt wurde. Durch die synthetische Aufbereitung riechen diese Abgase neutral“, erklärt Thiele weiter.
Grün aber bezahlbar
Damit will der Regionalverkehr die 260 Fahrzeuge starke Flotte grüner machen, sich dabei aber nicht ruinieren. Denn Landrat Michael Geisler, dessen Verwaltung den öffentlichen Nahverkehr im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge jährlich bereits mit 26 Mio. Euro subventioniert, waren Elektrobusse einfach zu teuer. Davon kostet einer 850.000 Euro! Der Staat schießt 400.000 Euro zu, damit die Nahverkehrsbetriebe sich die Fahrzeuge überhaupt leisten können, erklärt Geisler. Und ergänzt: „Und dann ist die Frage: Wie lange sich das Sachsen oder auch der Staat leisten können? Und irgendwann ist dann mal `zick`, dann muss man sich erklären, warum man entweder die Preise erhöhen muss oder das Angebot einschränken muss“, so Geisler. Er plädiere für eine klare Kommunikation zu den Kosten der Energiewende.
Ein Biodiesel-Bus kostet 450.000 Euro, hier gibt der Freistaat 63.000 Euro dazu. „Durch die 90 Prozent CO2-Einsparung fallen die Busse auch unter das ,sauberes Fahrzeug-Beschaffungsgesetz`und werden auch gefördert“, so Thiele. Er ist sich mit dem Landrat einig: Die Energiewende muss bezahlbar bleiben.
So haben sich die Dresdner Verkehrsbetriebe schon vor ein paar Jahren 20 Elektrobusse angeschafft. „Die haben aber alle eine Dieselheizung, damit bei den kalten Temperaturen der Motor auch anspringt“, so Thiele.



