Fast eine Milliarde für neues Chip-Werk in Dresden
Es sind fast eine Milliarde Euro: Die EU-Kommission hat am Donnerstag den Weg frei gemacht für die Förderung von Infineons neuem Chip-Werk in Dresden. Deutschland darf den Bau demzufolge mit einer Summe von 920 Millionen Euro unterstützen. Das sind etwa ein Fünftel der Gesamtkosten.
Es ist bereits das vierte Werk, das Infineon in Dresden baut – und das größte. Die Arbeiten sind 2023 gestartet, bereits kommendes Jahr soll die Produktion loslegen. Die neue Fabrik soll sogenannte Leistungschips bauen, die in Elektroautos, Ladesäulen oder Windrädern eingesetzt werden. Die neue Produktionsstätte schließt an ein bereits bestehendes Werk des Konzerns in Dresden an.
EU will Produktion in Europa ausbauen
Die neue Fertigungsanlage werde die EU mit flexiblen Produktionskapazitäten ausstatten und damit die Versorgungssicherheit, Widerstandsfähigkeit und technologische Autonomie Europas im Bereich Halbleitertechnologien stärken, hieß es von der Behörde weiter. Ziel der EU ist es, die heimische Herstellung von Chips zu vervielfachen.
Brüssel will Wettbewerbsverzerrung vermeiden
Staatshilfe unterliegt in der EU strengen Regeln, um Wettbewerbsverzerrung zu vermeiden. Damit soll verhindert werden, dass finanzstarke Länder wie Deutschland und Frankreich ihren Unternehmen unverhältnismäßige Vorteile gegenüber Unternehmen aus kleineren Ländern verschaffen könnten.
Infineon produziert bereits seit 1994 in Dresden. Aktuell fertigen Unternehmensangaben zufolge 3.900 Mitarbeiter in den beiden bestehenden Produktionslinien für 200mm- und 300mm-Siliziumscheiben mehr als 400 verschiedene Produkte.