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  • Fast jeder zweite Dresdner fährt mehrmals in der Woche mit den DVB

Fahrgastrekord trotz Linienkürzungen!

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Trotz Taktausdünnungen und Linienverkürzungen erfreut sich der Dresdner Nahverkehr weiter hoher Beliebtheit. Insgesamt 186 Millionen Fahrgäste nutzten die Busse und Bahnen der DVB im letzten Jahr, das erklärten die DVB heute in einem Jahresrückblick. Das sind zwei Prozent mehr Fahrgäste als im Vorjahr - die vierte Steigerung in Folge. Allein 215.000 Dresdner haben ein DVB-Abo, mehr als die Hälfte fährt ein oder zweimal pro Woche mit dem ÖPNV. Allerdings der Großteil auch zu den Stoßzeiten im 10-Minuten-Takt. Und der wurde ja weitestgehend beigehalten. Am stärksten war wieder der „Weihnachsmarkt-Monat“ Dezember mit gut 17 Millionen Fahrgästen. 

„Für uns war 2025 erneut ein tolles Jahr, wir haben die Fahrgastzahlen steigern können. Wir haben es geschafft in schwierigen Zeiten die Leistung stabil und kundengerecht zu halten“, so DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach. Dabei habe man aber auch intern gespart, sich von Beteiligungen und Grundstücken getrennt, Einstellungen und Bauvorhaben verschoben. Die Kürzungen im Angebot seien „gottseidank übersichtlicher Natur gewesen“. Sie seien auch nicht so „im großen Rahmen wahrgenommen worden“, es gab aber einzelne Beschwerden. Dennoch sind die Dresdner weiterhin zufrieden mit ihrem Nahverkehr, im deutschlandweiten Ranking der Kundenzufriedenheit holten die DVB Platz 2. 

20-Minuten-Takt kostet Kunden

Dennoch hat die Taktausdünnung Auswirkungen: Auf der Linie 7 fuhren im November stabil 58.300 Passagiere mit. In den ausgedünnten Streckenabschnitten zwischen Gorbitz und Pennrich kostete der 20-Minuten-Takt jedoch 30 Prozent Fahrgäste. Statt 2800 fuhren dort nur noch 2100 täglich mit. Auf der Linie 88 aus (Goppeln - Kleinzschachwitz) stiegen wegen der längeren Wartezeiten insgesamt 20 Prozent weniger Fahrgäste ein. 

Für dieses Jahr sind erstmal keine weiteren Kürzungen vorgesehen. „Für 2026 gilt ungeachtet der generell schwierigen Finanzsituation, dass das Angebot weitergefahren wird in der vorhandenen Art und Weise, so sieht es der öffentliche Dienstleistungsauftrag vor. Und es gibt im Moment keinerlei Bestrebungen, den anzufassen“, so Hemmersbach. 

Dennoch diskutieren DVB-Vorstand und Stadtspitze schon den kommenden Haushalt und mögliche Einschnitte für 2027. Die DVB gehen davon aus, dass sie neben den 80 Milionen Euro, die sie von der Landeshauptstadt und den Technischen Werken zugeschossen bekommen, weitere 10 Millionen euro zukünftig finanziert werden müssen. Die 144 Stellen, die als Spargröße im Raum standen, sollen „möglichst ohne Kündigungen erfolgen“, so DVB-Vorstand Lars Seiffert. Man besetze erstmal keine weiteren (wichtigen) Stellen. „Viele gehen in den nächsten zwei Jahren auch in Rente, so dass wir den Soll vielleicht auch so erfüllen“, so Seiffert, der die Unsicherheit bei der Belegschaft spürt. 

Millionen-Investitionen 2026

Dennoch haben die Verkehrsbetriebe auch dieses Jahr wieder große Pläne: Im Februar beginnen die Bauarbeiten an der Eisenbahnüberführung Hamburger Straße. Dabei wird auch der Haltepunkt Dresden-Cotta barrierefrei umgebaut. Im Juni folgt der Start zum Großprojekt „Neubau Nossener Brücke“ und im Herbst soll auch endlich die Königsbrücker Straße saniert werden. Bei allen drei Bauprojekten werden allein die DVB für ihren Anteil (Schienen, Oberleitungen etc.) insgesamt 190 Millionen Euro über mehrere Jahre investieren. 

Auch sechs neue Elektrobusse und sieben neue Stadtbahnwagen sollen bis zum Jahresende noch geliefert werden. 

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Vorstand Hemmersbach ordnet das letzte Jahr ein