Winter Game: Eislöwen verlieren in Overtime
Im ausverkauften Rudolf-Harbig-Stadion hat das DEL-Winter Game alles gehalten, was es versprochen hatte. Vor 32.248 Zuschauern setzten sich die Eisbären Berlin am Samstagabend mit 3:2 nach Verlängerung gegen die Dresdner Eislöwen durch. Den entscheidenden Treffer erzielte Liam Kirk bereits nach 14 Sekunden in der Overtime. Zuvor hatten die Gastgeber den amtierenden Meister gleich zweimal an den Rand einer Sensation gebracht.
Dresden kämpft, Berlin braucht Geduld
Bei frostigen Temperaturen entwickelte sich von Beginn an ein intensives, aber taktisch geprägtes Spiel. Berlin hatte im ersten Drittel mehr Scheibenbesitz, Dresden verteidigte jedoch diszipliniert, blockte Schüsse und setzte immer wieder Nadelstiche über schnelle Gegenstöße. Torlos ging es in die erste Pause.
Kurz nach Wiederbeginn brachte Tomáš Andres das Stadion erstmals zum Beben. Der Stürmer nutzte einen schnellen Angriff und traf in der 25. Minute zur Dresdner Führung. Die Eisbären erhöhten anschließend den Druck und kamen durch Liam Kirk zum verdienten Ausgleich.
Im Schlussdrittel schien die Überraschung greifbar. Alec McCrea nutzte eine Unachtsamkeit in der Berliner Defensive und brachte die Eislöwen sechs Minuten vor dem Ende erneut in Führung. Dresden verteidigte leidenschaftlich, warf sich in jeden Schuss – doch zwei Minuten vor der Sirene rettete Ty Ronning die Eisbären mit dem 2:2 in die Verlängerung. Dort schlug erneut Kirk zu und entschied das Ost-Duell zugunsten der Berliner.

Stolz, Enttäuschung – und viel Anerkennung
Trotz der bitteren Niederlage überwog bei den Dresdnern der Stolz auf die eigene Leistung. Alec McCrea sprach von einem Herzschlagspiel und einem Erlebnis, das man so schnell nicht vergessen werde. Die Mannschaft habe gezeigt, dass sie mit jedem Gegner mithalten könne, auch wenn es erneut nicht für den ganz großen Lohn gereicht habe.
Auch Niklas Postel betonte, wie besonders dieses Spiel gewesen sei. Die Kulisse, die Atmosphäre und die Energie der Fans seien außergewöhnlich gewesen. Umso bitterer sei es, dass man nach zweimaliger Führung nicht mit drei Punkten vom Eis gegangen sei.
Torhüter Janick Schwendener hob vor allem die Disziplin und Struktur im Dresdner Spiel hervor. Gegen eine der offensivstärksten Mannschaften der Liga habe man lange sehr wenig zugelassen. Entscheidend seien am Ende Kleinigkeiten gewesen.
Torschütze Tomáš Andres beschrieb sein Führungstor als einen Moment, den er nie vergessen werde. Vor so vielen Zuschauern zu treffen, unter freiem Himmel und bei dieser Stimmung, sei etwas Einmaliges. Gleichzeitig sei klar, dass man aus solchen Spielen Selbstvertrauen für den harten Abstiegskampf ziehen müsse.
Eislöwen-Trainer Gerry Fleming zeigte sich trotz der Niederlage stolz auf sein Team. Die Organisation, der Einsatz und die Leidenschaft hätten gestimmt. Wieder einmal habe ein kleiner Fehler gereicht, um einen Gegentreffer zu kassieren – dennoch habe die Mannschaft bewiesen, dass sie konkurrenzfähig sei.
Mehr als ein Spiel: Show, Musik und Feuerwerk
Abseits des sportlichen Geschehens setzte das Winter Game auch atmosphärisch Maßstäbe. In der ersten Drittelpause sorgte Olaf Schubert mit seinem Auftritt für Unterhaltung. In der zweiten Pause heizte Disco Dice dem Publikum ein, ehe ein großes Feuerwerk zum Abschluss den Dresdner Nachthimmel erleuchtete.


